Topfenblattlan

20 dkg grober Topfen
1 Ei
1 Prise Salz
2 EL Sauerrahm
6 dkg Mehl
1 gehäufter EL Grieß

Butterschmalz oder Pflanzenöl zum Herausbacken

  • Topfen, Ei, Salz, Sauerrahm, Mehl und Grieß zu einem Teig vermengen.
  • 30 Minuten rasten lassen.
  • Aus dem Teig kleine Kugeln formen und mit der flachen Hand flachdrücken.
  • Butterschmalz in einer Rein erhitzen.
  • Die Blattlan in der Rein auf beiden Seiten goldgelb backen, nach dem Herausnehmen auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  • Topfenblattlan werden entweder pikant mit Salat oder Sauerkraut oder auch süß gegessen, dann gibt es dazu Grantenschleck oder Apfelmus.

Erdäpfelpalatschinken

20 dkg Erdäpfel
20 dkg Mehl
1 Ei
Salz
Wasser oder Milch

  • Die Erdäpfel kochen, etwas überkühlen lassen, schälen und passieren.
  • Mehl und Erdäpfel vermischen und salzen.
  • Mit der Milch oder dem Wasser und dem Ei zu einem dickeren Palatschinkenteig anrühren.
  • Wie normale Palatschinken in heißem Butterschmalz oder Pflanzenöl herausbacken.
  • Kann mit pikanter oder süßer Fülle gegessen werden, z.B. wie auf dem Foto mit Apfelmus, Zucker und Zimt.

Quelle: Josefine Fillunger, Kochrezepte aus der Kochschule des Wiener-Frauen-Erwerb-Vereines, Franz Deuticke, Leipzig und Wien 1925. Ich bedanke mich bei Eva Kitzinger für das Buch!

Apfelpudding

Eine im Lavanttal sehr bekannte Spezialität ist das Apfelmandl (auch Apfelweibl oder Apfelklesch) – eine etwas feinere Variante ist der Apfelpudding.

4 gehäufte EL Zucker
1 EL Wasser
¼ l Wasser oder Apfelsaft
½ kg säuerliche Äpfel
½ Zitrone
Anis
Zimt
1 EL Maisstärke
1/8 l Schlagobers

  • Den Zucker mit 1 EL Wasser in einer Rein erhitzen und so lange rühren, bis er braun wird (= karamellisieren). Mit der Hälfte des Wassers oder des Apfelsaftes aufgießen und aufkochen lassen, dabei löst sich das Karamell auf.
  • Die Äpfel schälen und in kleine Würfel schneiden.
  • Die Zitrone auspressen und den Saft mit den Apfelwürfeln vermengen, damit sie nicht braun werden.
  • Die Apfelwürfel in den Kochtopf geben, mit etwas Anis und Zimt würzen. Kurz kochen lassen.
  • Die Maisstärke mit der restlichen Flüssigkeit klumpenfrei verrühren und in die kochende Apfelmischung einrühren. Einmal aufkochen lassen.
  • Noch heiß in Schüsserl füllen. Wenn der Apfelpudding kalt ist, mit steif geschlagenem Schlagobers verzieren.

Ich bedanke mich bei Ingrid Walzl aus Reichenfels für dieses Rezept.

Fedlkoch

Das Fedlkoch ist ein altes steirisches Gericht, das vor dem Almabtrieb von der Sennerin zubereitet wurde. Fedeln bedeutet in der Obersteiermark übersiedeln.

1/4 l Rahm
eine Prise Salz
20 dkg Mehl
2 gestrichene EL Grieß
1 Ei
1 Prise Salz
Zucker
Zimt
Rosinen

  • Den Rahm salzen und mit den Gewürznelken und dem Zimt erhitzen.
  • Mehl, Grieß und Dotter abbröseln und in den kochenden Rahm einrühren.
  • Bei schwacher Hitze ausdünsten lassen, bis die Masse klumpig ist. Dabei immer wieder umrühren.
  • Aus der warmen Masse einen großen Knödel formen und kalt stellen.
  • Für das Koch werden die Knödel mit einem Reibeisen gerieben, mit Zimt und Zucker sowie Rosinen abgemischt und in Milch erneut aufgekocht.

Neuerdings wird das Fedlkoch oft trocken gegessen, d.h. das Geriebene wird mit Zucker, Zimt und Rosinen bestreut und nicht mehr in Milch aufgekocht.

Böhmische Knödel

20 dkg Mehl
1 dkg Germ
etwas Salz
1 Ei
4 Semmeln
Butter

1. Das Mehl wird mit der Germ, etwas Salz, dem Ei und Wasser zu einem glatten Teig angerührt.

2. Die Semmeln kleinwürfelig schneiden und in etwas Butter goldgelb anrösten. Mit dem Teig vermischen.

3. Aus dieser Knödelmasse werden 6-8 cm dicke Rollen geformt und in Salzwasser gekocht.

4. Zum Servieren in Scheiben schneiden.

Quelle: Was koche ich heute, Hans Ziegenbein und Julius Eckel, Wehle & Höfels Verlag, Wien 1932.

Schwarzbeerstrudel

20 dkg glattes Mehl
1 Ei
1 Prise Salz
2 EL lauwarmes Wasser
1 EL Rapsöl
5 dkg Butter

Fülle
1 l Schwarzbeeren
1 TL Zimt
3 EL Brösel
1 EL Butter

Für den Strudelteig Mehl, Ei, etwas Salz, das lauwarme Wasser und Rapsöl kneten, bis ein seidig glattes und geschmeidiges Teigstück entsteht. Es soll sich sauber von der Form lösen.

Den Boden einer Schüssel mit Öl bedecken und den Teig hineingeben. Mit Öl bestrei­chen, zudecken und warm eine 1/2 Stunde rasten lassen – wenn der Teig nicht rastet, reißt er beim Ausziehen!

Ein großes, glattes Tuch mit Mehl bestäuben und auf einen Tisch legen. Den Teig auf die Mitte des Tuches legen und über die Handkuppen von der Mitte her auseinanderziehen. Anschließend den Teig so dünn ausziehen, dass man eine Zeitung darunter lesen könnte. Die Teigränder wegschneiden, man kann sie zu Reibgersteln verarbeiten.

Zwei Drittel des ausgezogenen Teiges mit den in Butter gerösteten Bröseln bestreuen, mit den Schwarzbeeren belegen, zuckern und großzügig mit Zimt bestreuen.

Das freie Drittel und die Teigränder mit zerlassener Butter beträufeln, dadurch wird der Strudel beim Backen knusprig.

Die Teigränder rechts und links einschlagen, damit die Fülle nicht ausrinnt. Zum Schluss wird das Tuch auf einer Seite mit beiden Händen langsam in die Höhe gehoben, damit der Strudel einrollt.

Vor dem Backen gut mit zerlassener Butter bestreichen und auf einem Blech bei 180 °C ungefähr 45 Minuten lang goldbraun backen

Kärntner Nudel mit Schwammerlfülle

Nudelteig
20 dkg griffiges Mehl
10 dkg Weizen- oder Dinkelvollkornmehl
etwas Salz
1 Ei
ungefähr 1/4 l lauwarmes Wasser
Fülle
1 mittelgroße Zwiebel
20 dkg frische Eierschwammerl
50 dkg gekochte und zerdrückte Erdäpfel
reichlich gehackte Nudelminze, Keferfill (= Kerbel), Majoran
Salz, Pfeffer
Butter zum Übergießen

  1. Einen Nudelteig zubereiten. Wird der Nudelteig händisch zubereitet, gibt man Mehl auf ein Nudelbrett, formt mit dem Mehl eine Grube, gibt Eier, Salz und Wasser in diese Grube und knetet den Teig von außen nach innen. Wird eine Küchenmaschine verwendet, werden alle Zutaten gleichzeitig in die Rührschüssel gegeben und gut verknetet.
  2. Der Nudelteig ist fertig, wenn er sich von der Schüssel löst. Er soll glatt sein und seidig glänzen. Mit einem sauberen Geschirrtuch zudecken und 30 Minuten rasten lassen.
  3. Für die Zubereitung von Kärntner Nudeln sollte der Teig mittelweich sein. Durch die Zugabe von etwas Wasser wird der Teig weicher, wird Mehl zugegeben, wird er fester. Exakte Angaben, wie viel Wasser zum Teig kommt, sind etwas schwierig – das hängt stark vom Mehl ab, das verwendet wird.
  4. Für die Fülle Zwiebel schneiden und anrösten, geputzte geschnittene Eierschwammerl dazugeben und anrösten. Mit den Erdäpfeln, Kräutern und Gewürzen gut vermischen. Kugeln mit 4 cm Durchmesser aus der Fülle formen.
  5. Den Nudelteig dünn ausrollen, runde Teigstücke mit ungefähr 7 cm Durchmesser ausstechen. Eine Kugel Fülle in die Mitte jedes Teigstückes legen, den Teig zusammenklappen und die Ränder krendeln.
  6. In kochendes Salzwasser einlegen und 12 Minuten sieden.
  7. Zum Servieren mit zerlassener, leicht angebräunter Butter übergießen.

Dieses Rezept stammt von Juli Schatz, sie ist die Köchin auf der Moselebauerhütte am Klippitztörl. Sie gibt zum Nudelteig auch eine Messerspitze Kurkuma, das passt farblich und geschmacklich ganz ausgezeichnet zu den Schwammerln. Ich bedanke mich ganz herzlich für das Rezept!

Kalt gerührte Walderdbeer-Marmelade

Eine köstliche Rarität unter den Marmeladen ist die kalt gerührte Walderdbeer-Marmelade. Sie wird aus frischen Walderdbeeren zubereitet und nicht gekocht, sondern kalt gerührt!

1/2 kg Walderdbeeren (falls nicht vorhanden, können auch Gartenerdbeeren verwendet werden, vorzugsweise kleine, aromatische Monatserdbeeren)
40 dkg Zucker
Saft einer halben Zitrone

  1. Die Walderdbeeren mit Zucker verrühren und Zitronensaft dazugeben.
  2. Bis zu zwölf Stunden stehen lassen.
  3. Mit der Küchenmaschine fünf Minuten rühren. Nach einer Stunde wiederholen, insgesamt fünf Mal.
  4. Die fertige Marmelade in kleine, saubere Gläser füllen und mit einem Schraubverschlussdeckel verschließen. Die Gläser nicht ganz anfüllen. In der Gefriertruhe lagern und bei Bedarf auftauen.

TIPP! Meine Mutter hat diese Marmelade manchmal nach einem alten Rezept gemacht, bei dem die Marmelade 12 Stunden lang gerührt wurde! Weit weniger langwierig ist es, die Marmelade wie oben in der Küchenmaschine oder mit einem Handmixer zuzubereiten und einzufrieren. Das Einfrieren ermöglicht es auch, etwas weniger Zucker zu verwenden – schimmlig wird diese Marmelade bei uns schon deswegen nie, weil sie immer sofort aufgegessen wird.

Schottrankalan

Schottn ist die alte Bezeichnung für trockenen Bröseltopfen. Falls er nicht verfügbar ist, kann man Magertopfen über Nacht in einem sauberen Baumwolltuch austropfen lassen.

1/4 kg trockenen Bröseltopfen
1 EL Mehl (nach Bedarf etwas mehr)
1 Prise Salz
1 Ei
2 EL Sauerrahm
Butterschmalz zum Herausbacken

  1. Den Topfen mit Mehl, Ei, Sauerrahm und Salz zu einem eher festen Teig rühren.
  2. Butterschmalz in einer Rein erhitzen.
  3. Mit einem kleinen Löffel Nocken (= Rankalan) ausstechen und im Butterschmalz herausbacken.
  4. Wenn die Rankalan goldgelb sind, auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  5. Früher wurden die Rankalan anschließend noch mit Milch übergossen und kurz im Rohr dünsten gelassen – das ist Geschmacksache.
  6. Serviert werden die Rankalan im Sommer meist mit Salat bzw. Sauerkraut oder sauren Rüben. Die „Süßen“ unter uns essen sie gerne mit Grantn oder Grantnschleck.