Süße Krautsuppe

Früher war Kraut im Winter in unserer Gegend der wichtigste Vitaminbringer, sowohl Süßkraut als auch Sauerkraut. In alten Aufzeichnungen kann man sehen, wie oft es auf den Tisch kam. Kraut wurde täglich, ja oft täglich mehrmals gegessen – als „Vorricht“ zum Essen oder überhaupt als Hauptspeise. Heute wird die Krautsuppe häufig bei Entschlackungskuren gegessen –  also ideal nach dem üppigen Essen während der Feiertage!

2 EL Pflanzenöl oder Schmalz
1 Zwiebel
1/2 kleiner Krautkopf (zirka 30 dkg)
2 mittelgroße mehlige Erdäpfel
3/4 l Wasser
Salz, Pfeffer
Kümmel
1 EL Sauerrahm
Petersilie

  • Die Zwiebel fein schneiden und in Öl oder Schmalz langsam goldgelb anrösten.
    Das Kraut putzen, fein schneiden oder hacheln und kurz mitrösten.
  • Die Erdäpfel schälen, in kleine Würfel schneiden und dazugeben.
  • Mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen, mit Wasser aufgießen und 30 Minuten kochen lassen.
  • Die Suppe kann mit Sauerrahm legiert werden.

Wer es gerne etwas würziger hat, kann in die Suppe eine Prise Zucker, einen Teelöffel Paprikapulver und einen EL Tomatenmark einkochen. Eine zusätzliche Prise Ingwer wärmt an kalten Tagen.

Wuzlnudeln (= Schupfnudeln) mit Mohn

1/2 kg Erdäpfel
5 dkg Butter
10 dkg griffiges Mehl
Salz
2 Eier
5 dkg Weizengrieß

15 dkg Mohn
Zimt
Staubzucker
5 dkg Butter

  • Die Erdäpfel in der Schale weichkochen. Noch heiß schälen und durch eine Erdäpfelpresse  auf ein Nudelbrett drücken.  Eine kleine Grube formen.
  • Weiche Butter, Eier, Grieß, Mehl, etwas Salz in die Grube geben. Rasch zu einem Teig verkneten.
  • Eine halbe Stunde rasten lassen.
  • Den Teig zu einer Rolle formen und kleine gleichmäßige Stücke abschneiden, diese zwischen den Handflächen zu kleinen Nockerln wuzeln.
  • In siedendem, gesalzenen Wasser ungefähr 5 min ziehen lassen. Die Wuzlnudel sind fertig, wenn sie an der Wasseroberfläche schwimmen.
  • In einer Pfanne Butter erhitzen, Mohn mit Staubzucker vermischen und zur Butter geben, Wuzlnudln darin schwenken. Nach Geschmack mit Zimt würzen.
  • Auf einem Teller anrichten und mit Staubzucker bestreuen. Dazu gibt es kalte oder warme Milch oder Apfelmus.

Erdäpfelpalatschinken

20 dkg Erdäpfel
20 dkg Mehl
1 Ei
Salz
Wasser oder Milch

  • Die Erdäpfel kochen, etwas überkühlen lassen, schälen und passieren.
  • Mehl und Erdäpfel vermischen und salzen.
  • Mit der Milch oder dem Wasser und dem Ei zu einem dickeren Palatschinkenteig anrühren.
  • Wie normale Palatschinken in heißem Butterschmalz oder Pflanzenöl herausbacken.
  • Kann mit pikanter oder süßer Fülle gegessen werden, z.B. wie auf dem Foto mit Apfelmus, Zucker und Zimt.

Quelle: Josefine Fillunger, Kochrezepte aus der Kochschule des Wiener-Frauen-Erwerb-Vereines, Franz Deuticke, Leipzig und Wien 1925. Ich bedanke mich bei Eva Kitzinger für das Buch!

Lachsforelle in Erdäfelkruste mit Kürbisgemüse

4 frische Lachsforellenfilets
300 g Erdäpfel
Salz, Pfeffer
Zitronensaft
KÜRBISGEMÜSE
1 kg Kürbis (Hokkaido, Butternuss)
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
40 g Butter
Paprika
Dille
Kümmel
116 l Weißwein
Salz, Pfeffer
3 EL Schlagobers

  • Die Lachsforellenfilets entgräten und – falls nötig – von der Haut befreien.
  • Die Erdäpfel schälen und in Scheiben schneiden. In eine beschichtete Pfanne legen.
  • Die Fischfilets schuppenartig auf die Erdäpfelscheiben legen, würzen und mit Zitronensaft beträufeln. In einer geölten Pfanne braten, wobei die Erdäpfel auf der Unterseite sind.
  • Für das KÜRBISGEMÜSE einen Ansatz zubereiten: Die Hälfte des Kürbisses in Würfel schneiden, mit Zwiebel und Knoblauch in Butter anschwitzen und mit Paprika, Dill, Kümmel und Salz würzen. Mit etwas Weißwein ablöschen.
  • Mit klarer Gemüsesuppe aufgießen, weichkochen und mit dem Stabmixer pürieren.
  • Den restlichen Kürbis grob raspeln, mit Butter anrösten und mit dem Ansatz aufgießen. Einmal kurz aufkochen.
  • Das Schlagobers schlagen und unterheben.
  • Das Kürbisgemüse auf einen Teller geben und das Lachsforellenfilet mit der Erdäpfelseite nach oben anrichten.

Mit diesem und einigen der folgenden Rezepte möchte ich Sie auf die „Buchhofer Rezeptideen“ neugierig machen. Das Buch erscheint im Mai 2019 im Wito Verlag und ist aus einer Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Fachschule Buchhof entstanden.

Überbackene Erdäpfelnockerl

Nach dem üppigen Essen zu den Feiertagen möchte ich Ihnen heute ein einfaches, altes Gericht vorstellen.

3/4 kg mehlige Erdäpfel
5 dkg Butter
2 Eier
Salz, Muskat
10 dkg Weizengrieß
2 EL griffiges Mehl (ev. auch etwas mehr, je nach Bedarf)
1 EL zerlassene Butter
¼ l Sauerrahm

  1. Die Erdäpfel kochen, noch heiß schälen und durch eine Erdäpfelpresse drücken.  Den Grieß darübergeben und alles etwas überkühlen lassen.
  2. Die Butter in kleine Stücke schneiden und gleichzeitig mit den Eiern, dem Mehl, dem Salz und dem Muskat dazugeben und verkneten.
  3. Den Teig 20 Minuten rasten lassen.
  4. Eine Auflaufform ausfetten.
  5. Mit bemehlten Händen Nockerl formen, falls der Teig noch klebt und sehr weich ist, kann noch zusätzlich Mehl zugegeben werden. Wieviel Mehl der Teig braucht, hängt von der Erdäpfelsorte ab.
  6. Die Nockerl nebeneinander in die Auflaufform legen, mit dem Sauerrahm übergießen und im auf 180 °C vorgeheizten Rohr backen, bis der Sauerrahm beginnt, Farbe anzunehmen.
  7. Wird mit Salat oder Apfelmus gegessen.

Warum zu vielen Gerichten Apfelmus gegessen wird, lässt sich leicht erklären: Als es noch nicht möglich war, jeden Tag frisches Obst und Gemüse im Geschäft zu kaufen, wurde , wenn es keinen Salat mehr gab, oft bis weit in den Winter hinein aus den eigenen Äpfeln Apfelmus gekocht und statt Salat gegessen.

Verheirateter Sterz 2

Wie bereits beim letzten Mal angekündigt, gibt es auch ein zweites Rezept für verheirateten Sterz, diesmal mit Polenta und Äpfeln!

1 großer bzw. 2 kleine Äpfel
Salz
1/2 l Wasser
20 dkg Polenta
5 dkg Butter(-schmalz)

  1. Das Wasser salzen und zum Kochen bringen.
  2. Die Äpfel schälen, klein schneiden und kochen.
  3. Den Polentagrieß in der heißen Butter bzw. im Schmalz gut durchrösten und mit dem Apfelkoch aufgießen. Salzen. Auf niedrigster Stufe am Herd oder bei mittlerer Hitze im Backrohr 20 Minuten ausdünsten lassen.
  4. Polenta legt sich leicht an, daher regelmäßig gut umrühren.
  5. Butter(-schmalz) darübergeben und den Sterz mit einer zweizinkigen Gabel zergabeln.
  6. Dazu passt Milch, süßer Milchkaffee, Buttermilch oder saure Milch.

Bettlersterz

350 g Erdäpfel
200 g Mehl
Salz
2 Eier
125 ml Milch
(Butter-)Schmalz

 

  1. Die gekochten, geschälten und blättrig geschnittenen Erdäpfel in eine Pfanne geben, darüber den Teig aus Mehl, Salz, Eiern und Milch schütten.
  2. Alles miteinander gut durchrösten.

 

Aus: Herbert Paukert, Sterz& Polenta, 130 Rezepte – traditionell  neu interpretiert, Leopold Stocker Verlag. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Erdäpfelsterz

3/4 kg gekochte mehlige Erdäpfel
1/4 kg griffiges Mehl
10 dkg (Butter-)Schmalz
Salz

  1. Die Erdäpfel kochen, schälen und grob reiben. Sie werden mit dem Mehl und dem Salz vermischt, die Masse wird dabei bröckelig.
  2. In einer Pfanne das Schmalz erhitzen, die Erdäpfel-Mehl-Masse dazugeben und gut rösten – dabei fleißig gabeln, bis der Sterz feinbröckelig ist.
  3. Nach Geschmack mit Grammeln bestreuen.
  4. Dazu passen saure Milch, Apfelmus oder Apfelmandl.

Peaggl, Ertepfl, Erpirn, Fletzbirn, Ruabn, Erdruaben – Erdäpfel standen bei den amerikanischen Ureinwohnern schon vor über 10 000 Jahren auf dem Speisezettel. Sie sind nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus nach Europa gekommen. Zwischen 1540 und 1565 kamen die ersten Erdäpfel nach Spanien, sie waren so wertvoll, dass die Knollen als Geschenke unter Fürsten verwendet wurden. In Europa waren sie lange Zeit Zierpflanzen. Erst ab 1750 begann sich ihr Anbau durchzusetzen, dann lösten die Erdäpfel die Pastinaken ab. In Kärnten dauerte es etwas länger, bis sich die Erdäpfel verbreiteten, erst infolge der Franzosenkriege und Missernten in den Jahren1804/05 wurden sie hierzulande vermehrt angebaut.

 

Schwammerlrolle

Zutaten
3/4 kg mehlige Erdäpfel
5 dkg Butter
2 Eier
1 EL zerlassene Butter
Salz, Muskat
10 dkg Weizengrieß
griffiges Mehl nach Bedarf

Fülle
1 EL Rapsöl
1/2 kg frische Eierschwammerl
1/2 Zwiebel
Salz, Pfeffer
1/2 Bund Petersilie
1/2 Becher Sauerrahm

Zubereitung

  1. Einen Erdäpfelteig zubereiten: Die Erdäpfel kochen, noch heiß schälen und durch eine Erdäpfelpresse drücken, dann rasch mit allen anderen Zutaten verkneten. 20 Minuten rasten lassen.
  2. Für die Fülle die Zwiebel fein schneiden und in Rapsöl anrösten, geschnittene Schwammerl dazugeben und mitrösten, bis die ganze Flüssigkeit verkocht ist. Etwas abkühlen lassen und Salz, Pfeffer, geschnittene Petersilie und Sauerrahm gut unterrühren.
  3. Ein sauberes Baumwolltuch mit Mehl bestäuben.
  4. Ein Nudelbrett gut bemehlen und den Erdäpfelteig auf einem Nudelbrett zu einem quadratischen Fleck ausrollen. Die Fülle darauf verteilen, dann den Teig wie eine Biskuitroulade einrollen und die Ränder gut verschließen. Behutsam auf das bemehlte Tuch rollen, dieses gut verschließen und in wallendem Salzwasser 45 Minuten sieden. Anschließend aus dem Tuch nehmen (Vorsicht – sehr heiß!) und servieren.
  5. Dazu passt Salat und eine kalte Kräutersoße auf Sauerrahmbasis.

Tipp: Um den Geschmack der Schwammerl besser zu erhalten, werden sie mit einem Pinsel gereinigt und nicht gewaschen.