Buchhofer Rezeptideen

Soeben erschienen!

Die Landwirtschaftliche Fachschule (LFS) Buchhof hat aus Anlass ihres 80-jährigen Bestehens ein Kochbuch herausgebracht, das ihrer Philosophie entsprechend, das Moderne, das Trendige, mit dem Klassischen verbindet. Die besten Buchhof-Rezepte in einem Kochbuch zu veröffentlichen und somit ein Nachschlagewerk zu schaffen, war die Idee für das Kochbuch. Im Sommer 2018 wurden die AbsolventInnen aufgerufen, ihre Lieblingsrezepte oder Rezeptsammlungen aus ihrer Schulzeit zur Verfügung zu stellen. Aus allen (!) acht Jahrzehnten des Bestehens der Schule kamen Rezepte an das Autorinnenteam.

Die LFS Buchhof vermittelt Grundlagen des Kochens, Grundrezepte und Basiswissen. Dies wurde auch im neuen Kochbuch berücksichtigt.

Das Buch ist eine Sammlung von „Geheimrezepten“ – Kostbarkeiten aus acht Jahrzehnten, die das Kochbuch zu einem Begleiter für das Leben machen. Jedes Rezept ist so gestaltet, dass es problemlos in jedem Haushalt zubereitet werden kann.

Ausschließlich Rezepte mit einfachen Zutaten, die meist vorrätig sind, wurden dafür ausgewählt. Also Zutaten, die regional eingekauft werden können, denn Regionalität ist im Schulalltag wichtig.

Neben einem Inhaltsverzeichnis findet sich für eine gute Orientierung auch ein Register nach Sachgruppen und ein alphabetisches Register am Ende des Buches.

Unterstützt wird das Team des LFS Buchhof (Direktorin Elfriede Größing, Rosa Ellersdorfer, Maria Sneditz, Jutta Spendier) von Gudrun Steinkellner, der Foodbloggerin die Lovntolerin und Autorin des Kochbuchs Kochen wie früher im Lavanttal.

Das Buch ist im Buchhandel und über den Wito Verlag (bestellung@wito-verlag.at) erhältlich.

Wito Verlag
ISBN 978-3-200-06245-0
192 Seiten
Jedes Rezept mit färbigem Bild
Hardcover
Format 16,5 x 24 cm
€  24,90

Brennsuppe mit Strugglnudel

Zutaten
5 dkg Butter
2 Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
2 gehäufte EL griffiges Mehl
1 l Wasser
Salz
Pfeffer
Majoran
Schnittlauch
einige Tropfen Essig
20 dkg griffiges Mehl
etwas Wasser
Salz
  1. Aus Mehl, Salz und Wasser einen eher weichen Nudelteig zubereiten, rasten lassen und dünn zu einem großen Fleck auswalken.
  2. Den Teig mit zerlassener Butter bestreichen und einrollen. Über Wasserdampf 35 Minuten kochen lassen.
  3. In der Zwischenzeit die kleingeschnittenen Zwiebeln in der Butter langsam anrösten, Mehl dazugeben und weiterrösten, bis alles braun ist.
  4. Mit Wasser aufgießen, die Gewürze dazugeben und aufkochen lassen.
  5. Den Strugglnudel in feine Streifen schneiden und in die Suppe geben.
  6. Mit Schnittlauch anrichten.

Das Rezept für diese Suppe, die früher in der Fastenzeit sogar ohne Eier zubereitet wurde, stammt von Anna Sturm in St. Peter

 

 

Holzknechtsterz

Die Arbeit von Holzknechten war sehr hart und sie benötigten energiereiche Nahrung. Meistens gingen die Holzknechte am Montag in der Früh in den Wald und blieben die ganze Woche dort. Ihr Verpflegung nahmen sie im Rucksack mit, meist Brot, Mehl, Schmalz, Speck, Bohnen und Salz. Was sie mithatten, wurde verbraucht, wenn was fehlte, mussten sie darauf verzichten.

Zutaten
20 dkg griffiges Weizenmehl
20 dkg Dinkelvollkornmehl
(oder 75 % Roggenvollkornmehl und 25% Weizenmehl)
0,8 l Wasser
1 EL Salz
5–10 dgk feingeschnittener Speck (nach Geschmack)
6 dkg Grammeln
5 dkg Butter- oder Schweineschmalz

Zubereitung
Mehl in einer großen Pfanne linden (= ohne Fett rösten, bis das Mehl nussig riecht).
Kochendes Wasser darübergeben, mit einer Sterzgabel gabeln und ausdünsten lassen.
In einer Pfanne Speck, Grammeln und Schmalz erhitzen, dabei immer wieder rühren, damit nichts anbrennt.
Den fertigen Sterz in das heiße Fett geben, alles gemeinsam zirka 10 min rösten und währenddessen weiter gabeln. Wer mag, kann auch geröstete Zwiebeln und gekochte weiße Bohnen dazugeben.

Der Holzknechtspeck ist kein Frühstück, sondern – weil er sehr energiereich ist – eher ein Mittagessen.

Wird mit saurer Milch oder Apfelmus gegessen.

Ich bedanke mich bei Herrn Herbert Hasenbichler aus Maria Rojach für dieses traditionsreiche Rezept.

 

 

„süße“ Krautsuppe

Herr Dr. Wilhelm Wadl, der Direktor des Kärntner Landesarchives, hat mir dankenswerterweise Zahlen über den Verzehr von Kraut im 19. Jahrhundert zur Verfügung gestellt. Es wurde süß, also frisch zubereitet, oder als Sauerkraut gegessen.  So betrug beispielsweise  der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in einem Musterhaushalt in Kolbnitz im Jahre 1832 pro Person 40 Krautköpfe. Laut einem Wochenspeiseplan aus Sirnitz aus dem Jahr 1833 gab es Kraut gar sieben Mal in der Woche zum Mittagessen und sechs Mal zum Abendessen.

Zutaten
1 Zwiebel
5 dkg fein geschnittener Speck
1/2 Krautkopf
2 mehlige Erdäpfel
Salz, Pfeffer, Kümmel
Grammeln

Zubereitung
Die Speckwürfel zergehen lassen und die feingeschnittene Zwiebel darin anlaufen lassen. Das Kraut hacheln, die Erdäpfel schneiden und dazugeben.
Würzen, mit Wasser aufgießen und ca. 25 min kochen lassen.
Wenn das Kraut weich ist, mit einem Purierstab eher die Erdäpfel purieren, damit die Suppe sämig wird. Das Kraut sollte dabei im Wesentlichen nicht zu sehr zerkleinert werden.
Vor dem Servieren mit Grammeln bestreuen.

Hollersuppe

Zutaten
1 kg Schwarzer Holler (= Holunder)
Zimtrinde
3 Gewürznelken
4 frische Salbeiblätter
1-2 EL Mehl
Zucker nach Belieben

Zubereitung
Den Holler grob abrebeln und mit so viel heißem Wasser übergießen, dass er gut bedeckt ist.
Mit den Händen gut durchkneten, eine Stunde stehen lassen, dann die Beeren fest ausdrücken. Den Saft abseihen und auf die Seite stellen. Vorgang einmal wiederholen.
Zimtrinde, Gewürznelken und die Salbeiblätter zum Saft geben und 30 Minuten kochen.
Mehl in kaltem Wasser klumpenfrei auflösen und in den kochenden Hollersaft einrühren.
Einmal kurz aufkochen lassen, dabei rühren, damit nichts anbrennt. Die Hollersuppe sollte nun sämig sein.
Nach Geschmack zuckern.
Die Hollersuppe wird kalt gegessen und mit Brotwürfeln serviert.

In manchen Haushalten wird der Holler dampfentsaftet – das ist weniger Arbeit, aber die händische Zubereitung ergibt einen intensiveren Geschmack.

Meine Tante Paula hat mir dieses Rezept gegeben und erzählt, dass früher in vielen Haushalten der Salbei nur für die Hollersuppe angebaut worden sei, er wurde Suppensolfa genannt. Außerdem sagte man früher, als das Essen noch karger war, Hollersuppe sei ein Broträuber. Den Grund dafür kann man sich gut vorstellen…