Strugglnudel mit Topfen

Früher wurde das Mehl in den bäuerlichen Mühlen nicht sehr fein ausgemahlen. Bei der Zubereitung alter Rezepte verwende ich deshalb eine Mischung aus 2/3 Weizenmehl und 1/3 Weizenvollkornmehl.

20 dag griffiges Mehl
10 dag Weizenvollkornmehl
etwas Salz
ungefähr 1/8 l lauwarmes Wasser
5 dag Butter
¼ kg grober Bröseltopfen
Schnittlauch

  • Für den Strugglnudel wird ein Nudelteig ohne Ei zubereitet. Mehl, Salz und Wasser werden in eine Schüssel gegeben und gut verknetet.
  • Der Nudelteig ist fertig geknetet, wenn er sich von der Schüssel löst. Er soll glatt sein und seidig glänzen. Mit einem sauberen Geschirrtuch zudecken und 15 Minuten rasten lassen.
  • Den Teig zu einem großen, dünnen Fleck ausrollen. Mit zerlassener Butter bestreichen und einrollen. Die Teigrolle in ein sauberes Baumwolltuch einrollen. In leicht gesalzenem Wasser 35 Minuten sieden.
  • Nach dem Kochen wird der Strugglnudel in dünne Streifen geschnitten und diese werden in Butter knusprig angebraten. Vor dem Servieren mit Topfen und Schnittlauch bestreuen.
  • Sollte was übrigbleiben, kann das Gericht mit etwas heißer Milch aufgewärmt werden.

Dieses Rezept stammt von Annemarie Heinzl vlg. Schaller in Bad St. Leonhard – vielen herzlichen Dank!

Apfelnockalan

Äpfel, wie wir sie heute kennen, stammen von Holzäpfeln ab. Erst ab dem späten Mittelalter wurden sie als Tafelobst verzehrt. Bereits die Kelten verarbeiteten Äpfel zu einer Art Apfelwein. Vor dem 19. Jahrhundert gab es vielerorts kein keimfreies Trinkwasser, deshalb wurden meist vergärte Getränke wie Apfelmost, Steinbier oder Wein anstelle von Wasser getrunken – die Folgen kann man sich gut vorstellen.

25 dag Mehl
100 ml Milch
1 Ei
Prise Salz
1/2 kg säuerliche Äpfel
3 dag Butter
Staubzucker
Zimt

  • Aus Mehl, Milch, Ei und Salz einen nicht allzu festen Nockerlteig bereiten.
  • Mit den geschälten, grob geriebenen Äpfeln vermischen.
  • Die Butter in einer niedrigen, breiten Rein erhitzen und mit zwei Esslöffeln Nockerl aus der Masse formen. Der Teig soll gerade so fest sein, dass die Nockerl in der Rein ihre Form behalten.
  • Nebeneinander in die Rein legen und im Rohr bei 180 °C backen, bis die Nockerl eine schöne Farbe annehmen. Beim Backen karamellisieren die Äpfel an der Unterseite.
  • Vor dem Servieren mit Staubzucker und Zimt bestreuen.

Die aktuellen Rezepte erscheinen seit Anfang Jänner 2020 jeden Mittwoch in der Lavanttal-Ausgabe der Kleinen Zeitung.

Schott’nscheadlan

Scheadlan gab es früher meistens am Mittwoch – dem Mitti – zur Mehlsuppe oder zur sauren Suppe. Heute werden sie häufig gezuckert und zum Kaffee oder als Nachspeise gegessen.

20 dag Mehl
25 dag Topfen (=Schott’n), vorzugsweise Bröseltopfen
Salz
1 Ei
2 gehäufte EL Sauerrahm
1 EL Schnaps
Schmalz oder Pflanzenöl zum Herausbacken
Zucker
Zimt

  • Alle Zutaten zu einem glatten Teig verarbeiten. Sollte der Teig zu weich sein, zusätzlich etwas Mehl dazugeben. Der Schnaps bewirkt, dass beim Herausbacken etwas weniger Fett aufgesaugt wird.
  • Den Teig eine halbe Stunde rasten lassen, dann auf einer bemehlten Unterlage 3 mm dick auswalken und in Rauten schneiden.
  • Die Schott’nscheadlan schwimmend in einer breiten Rein in heißem Öl oder in Schmalz herausbacken. Früher wurde Schweineschmalz verwendet.
  • Beim Herausbacken gehen die Scheadlan stark auf. Wenn sie auf beiden Seiten goldgelb sind, vorsichtig herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  • Vor dem Essen mit Zucker und Zimt bestreuen. Dazu passt sehr gut Schwarzbeerkompott oder Grant’nschleck.

Süße Krautsuppe

Früher war Kraut im Winter in unserer Gegend der wichtigste Vitaminbringer, sowohl Süßkraut als auch Sauerkraut. In alten Aufzeichnungen kann man sehen, wie oft es auf den Tisch kam. Kraut wurde täglich, ja oft täglich mehrmals gegessen – als „Vorricht“ zum Essen oder überhaupt als Hauptspeise. Heute wird die Krautsuppe häufig bei Entschlackungskuren gegessen –  also ideal nach dem üppigen Essen während der Feiertage!

2 EL Pflanzenöl oder Schmalz
1 Zwiebel
1/2 kleiner Krautkopf (zirka 30 dkg)
2 mittelgroße mehlige Erdäpfel
3/4 l Wasser
Salz, Pfeffer
Kümmel
1 EL Sauerrahm
Petersilie

  • Die Zwiebel fein schneiden und in Öl oder Schmalz langsam goldgelb anrösten.
    Das Kraut putzen, fein schneiden oder hacheln und kurz mitrösten.
  • Die Erdäpfel schälen, in kleine Würfel schneiden und dazugeben.
  • Mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen, mit Wasser aufgießen und 30 Minuten kochen lassen.
  • Die Suppe kann mit Sauerrahm legiert werden.

Wer es gerne etwas würziger hat, kann in die Suppe eine Prise Zucker, einen Teelöffel Paprikapulver und einen EL Tomatenmark einkochen. Eine zusätzliche Prise Ingwer wärmt an kalten Tagen.

Weihnachten im Lavanttal

Bamle, ni, ni
schau, dass du a so voll weast wia i.

Wer von Ihnen kennt diesen Spruch? Kinder und Erwachsene haben früher nach dem Weihnachtsessen im Obstgarten die Bäume umarmt – für eine gute Obsternte im nächsten Jahr.

Weihnachten war früher tatsächlich eine stille Zeit – noch vor 80 Jahren waren Christbaum und Geschenke weitgehend unbekannt, häufig wurden aber Krippen aufgestellt. Später wurden mit Äpfeln und Lebkuchen geschmückte Christbäume vor dem Herrgottswinkel an der Decke aufgehängt.

Vor Weihnachten wurde 40 Tage gefastet, der Heilige Abend war ein strenger Fasttag – in manchen Haushalten wurde bis zur Christmette nichts gegessen, in anderen gab es Brennsuppe, manchmal Dampfnudeln, Wuzlnudeln oder Oaweibl. Erst nach der Christmette um Mitternacht gab es Selchwürstel.

Piggalan und Das Siaße wurden traditionell am 24. Dezember und zu Silvester gegessen. Daneben gibt es noch ein weiteres Gericht, das in vielen Haushalten am 25. Dezember, am Ostersonntag und am Pfingstsonntag zubereitet wurde, Schnee.

Wuzlnudeln (= Schupfnudeln) mit Mohn

1/2 kg Erdäpfel
5 dkg Butter
10 dkg griffiges Mehl
Salz
2 Eier
5 dkg Weizengrieß

15 dkg Mohn
Zimt
Staubzucker
5 dkg Butter

  • Die Erdäpfel in der Schale weichkochen. Noch heiß schälen und durch eine Erdäpfelpresse  auf ein Nudelbrett drücken.  Eine kleine Grube formen.
  • Weiche Butter, Eier, Grieß, Mehl, etwas Salz in die Grube geben. Rasch zu einem Teig verkneten.
  • Eine halbe Stunde rasten lassen.
  • Den Teig zu einer Rolle formen und kleine gleichmäßige Stücke abschneiden, diese zwischen den Handflächen zu kleinen Nockerln wuzeln.
  • In siedendem, gesalzenen Wasser ungefähr 5 min ziehen lassen. Die Wuzlnudel sind fertig, wenn sie an der Wasseroberfläche schwimmen.
  • In einer Pfanne Butter erhitzen, Mohn mit Staubzucker vermischen und zur Butter geben, Wuzlnudln darin schwenken. Nach Geschmack mit Zimt würzen.
  • Auf einem Teller anrichten und mit Staubzucker bestreuen. Dazu gibt es kalte oder warme Milch oder Apfelmus.

Topfenblattlan

20 dkg grober Topfen
1 Ei
1 Prise Salz
2 EL Sauerrahm
6 dkg Mehl
1 gehäufter EL Grieß

Butterschmalz oder Pflanzenöl zum Herausbacken

  • Topfen, Ei, Salz, Sauerrahm, Mehl und Grieß zu einem Teig vermengen.
  • 30 Minuten rasten lassen.
  • Aus dem Teig kleine Kugeln formen und mit der flachen Hand flachdrücken.
  • Butterschmalz in einer Rein erhitzen.
  • Die Blattlan in der Rein auf beiden Seiten goldgelb backen, nach dem Herausnehmen auf Küchenpapier abtropfen lassen.
  • Topfenblattlan werden entweder pikant mit Salat oder Sauerkraut oder auch süß gegessen, dann gibt es dazu Grantenschleck oder Apfelmus.

Erdäpfelpalatschinken

20 dkg Erdäpfel
20 dkg Mehl
1 Ei
Salz
Wasser oder Milch

  • Die Erdäpfel kochen, etwas überkühlen lassen, schälen und passieren.
  • Mehl und Erdäpfel vermischen und salzen.
  • Mit der Milch oder dem Wasser und dem Ei zu einem dickeren Palatschinkenteig anrühren.
  • Wie normale Palatschinken in heißem Butterschmalz oder Pflanzenöl herausbacken.
  • Kann mit pikanter oder süßer Fülle gegessen werden, z.B. wie auf dem Foto mit Apfelmus, Zucker und Zimt.

Quelle: Josefine Fillunger, Kochrezepte aus der Kochschule des Wiener-Frauen-Erwerb-Vereines, Franz Deuticke, Leipzig und Wien 1925. Ich bedanke mich bei Eva Kitzinger für das Buch!

St. Georgener Apfelcocktail

Am heurigen Apfelfest hat die St. Georgener Landjugend einen köstlichen Apfelcocktail angeboten – sowohl alkoholfrei als auch in einer alkoholhaltigen Variante. Herzlichen Dank für das Rezept und das Foto!

¼ l Apfelsaft
1/8 l Orangensaft
etwas Zitronensaft oder Zitronensäure
¼ l Mineralwasser
1 Spritzer Monin Apfel (es kann für eine andere Farbe auch ein anderer Monin-Sirup verwendet werden)
für die alkoholische Variante Wodka nach Geschmack
etwas Kristallzucker
und – lt. Auskunft der St. Georgener Landjugend – eine große Prise Liebe

  1. Apfelsaft, Orangensaft, Zitronensaft, Mineralwasser und eventuell Wodka vermischen und abschmecken.
  2. Den Rand des Cocktailglases in Wasser tauchen und anschließend kurz in Kristallzucker – so entsteht ein hübscher Rand.
  3. Als erstes Monin in das Glas gießen, dann vorsichtig mit dem Cocktail aufgießen. Der Sirup bleibt am Boden und das ergibt die interessante Farbe des Getränkes.
  4. Mit einer Apfelspalte garnieren und gleich servieren.