Schiberlan

Dörren war in früheren Zeiten in unserer Gegend die wichtigste Methode, um Obst, Kräuter, Nüsse und Pilze für den Winter aufzubewahren. Viele Bauernhöfe hatten eigene Dörrhütten, die sogenannten Diahäusln, die mit Holz geheizt wurden. Um die Brandgefahr zu verringern, wurden sie in einigem Abstand vom Hof aufgestellt.

Kaum jemand hat heute noch eine Dörrhütte zur Verfügung. Um getrocknete Apfelspalten selbst zu machen, werden die Äpfel entkernt und in dünne Spalten oder Scheiben geschnitten und anschließend entweder in einem elektrischen Dörrgerät, im Backrohr oder auf einen Faden gefädelt in der Sonne getrocknet.

Zubereitung
Getrocknete Apfelspalten
Wasser

  • Getrocknete Apfelspalten gut mit Wasser bedecken und weichkochen, eventuell während des Kochens noch etwas Wasser zugeben, falls nötig.
  • Schiberlan wurden früher zur Jause kalt gegessen, können aber auch warm als Beilage, z.B. zu gekochtem Geselchtem und gekochten Erdäpfeln, gegessen werden.

Kärntner Nudeln mit Apfelfülle

Nudelteig
350 g griffiges Mehl
etwas Salz
2 Eier
knapp 1/8 l lauwarmes Wasser
Fülle
3/4 kg frische Äpfel
100 g Brösel
Zimt
Abschmalzen
80 g Butter
Brösel

  • Einen Nudelteig zubereiten. Wird er händisch zubereitet, gibt man Mehl auf ein Nudelbrett, formt mit dem Mehl eine Grube, gibt Eier, Salz und Wasser in diese Grube und knetet den Teig von außen nach innen. Oder: In einer Küchenmaschine alle Zutaten gleichzeitig verkneten.
  • Der Nudelteig ist fertig, wenn er sich glatt und glänzend von der Schüssel löst.
  • 30 Minuten zugedeckt rasten lassen.
  • Für die Zubereitung von Kärntner Nudeln sollte der Teig mittelweich sein. Wie viel Wasser zum Teig kommt, hängt stark vom verwendeten Mehl ab.
  • Für die Fülle die Äpfel reiben und die Brösel in etwas Butter kurz anlaufen lassen.
  • Die geriebenen Äpfel mit Bröseln und Zimt mischen. Die Fülle soll saftig, aber auf keinen Fall flüssig sein.
  • Den Nudelteig dünn ausrollen, runde Teigstücke mit ungefähr 7 cm Durchmesser ausstechen.
  • Aus der Fülle kleine Kugeln formen – gut eignet sich dazu ein Eisportionierer.
  • Auf jedes Teigstück eine Kugel legen, den Teig zusammenklappen und die Ränder gut zusammendrücken.
  • Die Nudeln mit einem Teigrad in eine schöne Form radeln.
  • In kochendes Salzwasser einlegen und 12 Minuten sieden lassen, dann die Nudeln einzeln mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser nehmen.
  • Mit in Butter angerösteten Bröseln abschmalzen.
  • Mit etwas Staubzucker servieren. Dazu gibt es Milch.

Was wäre wohl die Kärntner Küche ohne Kärntner Nudeln? Meist werden sie bei uns mit pikanter Topfen- oder süßer Kletzenfülle zubereitet, aber es gibt noch viele andere Varianten. Dieses alte Rezept stammt aus dem Kochbuch „Süddeutsche Küche“ von Katharina Prato, die in den 1850iger-Jahren begann, Rezepte aus der Donaumonarchie zu sammeln, darunter waren auch einige Rezepte aus Kärnten.

Woazenes – ungesüßt

1 kg Weizenmehl
1/2 l Milch
1 Packerl Germ
1 Prise Zucker
40 g Butter
1 Ei
2 TL Salz

  1. Die Germ in etwas lauwarmer Milch mit einem EL Mehl auflösen und ein Dampfl zubereiten. An einem warmen Platz zugedeckt 20 Minuten gehen lassen.
  2. Mehl, Milch, Zucker, die zerlassene Butter, Ei undSalz mit dem Dampfl verkneten, bis sich der Teig glatt und glänzend von der Schüssel löst. Den Teig bemehlen und 40 Minuten rasten rasten lassen.
  3. Den Teig noch einmal gut verkneten und in eine befettete Rein geben. Noch einmal eine halbe Stunde an einem warmen Platz zugedeckt gehen lassen. Anschließend ins kalte Backrohr stellen und bei 180° C ungefähr 45 Minuten backen. Stellen Sie beim Backen ein kleines, feuerfestes Schüsserl mit Wasser ins Rohr, dann trocknet der Teig weniger aus.
  4. Der Teig kann vor dem Backen mit Karobe- oder Birnenmehl bzw. Zimt bestreut werden.

Menschen, die zur Osterjause nicht so gerne den süßen Kärntner Osterreindling essen – beinahe unvorstellbar! -, kann man ungesüßtes Woazenes servieren. Es gibt auch eine süße Variante des Woazenen, Sie finden sie hier.

Strugglnudel mit Topfen

Früher wurde das Mehl in den bäuerlichen Mühlen nicht sehr fein ausgemahlen. Bei der Zubereitung alter Rezepte verwende ich deshalb eine Mischung aus 2/3 Weizenmehl und 1/3 Weizenvollkornmehl.

20 dag griffiges Mehl
10 dag Weizenvollkornmehl
etwas Salz
ungefähr 1/8 l lauwarmes Wasser
5 dag Butter
¼ kg grober Bröseltopfen
Schnittlauch

  • Für den Strugglnudel wird ein Nudelteig ohne Ei zubereitet. Mehl, Salz und Wasser werden in eine Schüssel gegeben und gut verknetet.
  • Der Nudelteig ist fertig geknetet, wenn er sich von der Schüssel löst. Er soll glatt sein und seidig glänzen. Mit einem sauberen Geschirrtuch zudecken und 15 Minuten rasten lassen.
  • Den Teig zu einem großen, dünnen Fleck ausrollen. Mit zerlassener Butter bestreichen und einrollen. Die Teigrolle in ein sauberes Baumwolltuch einrollen. In leicht gesalzenem Wasser 35 Minuten sieden.
  • Nach dem Kochen wird der Strugglnudel in dünne Streifen geschnitten und diese werden in Butter knusprig angebraten. Vor dem Servieren mit Topfen und Schnittlauch bestreuen.
  • Sollte was übrigbleiben, kann das Gericht mit etwas heißer Milch aufgewärmt werden.

Dieses Rezept stammt von Annemarie Heinzl vlg. Schaller in Bad St. Leonhard – vielen herzlichen Dank!