Strankerlritschert

1/2 kg Fisolen
1/4 kg Gerstbrein (= Rollgerste)
1 Bund Wurzelwerk
2 Lorbeerblätter
Thymian
Salz, Pfeffer
1/2 kg Selchfleisch
Essig
Petersilie

  • Die Rollgerste über Nacht einweichen.
  • Am nächsten Tag das Wasser wechseln und die Rollgerste kochen.
  • Die Strankerl putzen und schneiden. Die Spitzen nicht wegschneiden, dort befinden sich die meisten Vitamine.
  • Das Wurzelwerk putzen und in Stücke schneiden.
  • Wenn die Rollgerste fast weich ist, die Fisolen und das Wurzelwerk mit der Rollgerste mitkochen. Würzen.
  • Wenn alle Zutaten weich sind, gekochtes Selchfleisch schneiden und daruntermischen, es soll nicht zu fett sein.
  • Vorsichtig mit etwas Essig abschmecken.
  • Für einen intensiveren Geschmack, kann zuerst das Selchfleisch gekocht und das Strankerlritschert in der „Selchsuppe” zubereitet werden.
  • Vor dem Servieren mit gehackter Petersilie bestreuen.

Die frühesten Funde von Gerste stammen aus der Altsteinzeit. Archäologische Untersuchungen aus Hallstatt belegen, dass ein Gericht, das dem Ritschert sehr ähnlich ist, schon vor 3500 Jahren – in der Bronzezeit – häufig gegessen wurde. Dieses alte Rezept ist vielleicht nicht ganz so bekannt, statt weißer Bohnen wird es mit Fisolen zubereitet.

Mohnbuchteln

Erste Funde von Mohn stammen bereits aus der Jungsteinzeit. In Mohnsamen sind keine Opiate enthalten. Wegen seines hohen Ölgehaltes wird Mohn häufig gepresst oder für Gebäck und zum Kochen verwendet. Noch in den 1960iger-Jahren gab es auf den meisten Bauernhöfen in unserer Gegend kleine Mohnäcker, wo Mohn für den Eigenbedarf angebaut wurde.

500 g griffiges Mehl
1 Würfel Germ
1/4 l Milch
80 g Butter
80 g Zucker
1 TL Salz
2 Eier
Zitronenschale

Mohnfülle
250 g geriebener Mohn
1/4 l Milch
100 g Honig
2 EL Rum
2 TL Zimt
Saft einer halben Zitrone
80 g Butter zum Befetten der Rein
1 Eidotter

  • Etwas Milch anwärmen, Germ darin auflösen und mit einem EL Mehl zu einem Dampfl verrühren. 20 Minuten gehen lassen.
  • Anschließend die restliche Milch erwärmen und die Butter darin auflösen. Zum Mehl geben. Mit Zucker, Salz, den Eiern und Zitronenschale verkneten, bis sich der Teig glatt und glänzend von der Schüssel löst. 40 Minuten rasten lassen.
  • Für die Mohnfülle wird die Milch aufgekocht, der Mohn dazugegeben und noch einmal aufgekocht. Die Masse überkühlen lassen und mit Honig, Rum, Zimt und Zitronensaft abschmecken.
  • Den Teig zusammenkneten und in 25 gleich große Stücke teilen.
  • Jedes einzelne Teigstück auseinanderziehen und mit einem gehäuftem EL Fülle belegen. Die Ränder gut verschließen.
  • Die Butter zerlassen. Eine Rein ausfetten. Die Buchteln in die zerlassene Butter tauchen und mit der glatten Seite nach oben in die Rein geben. Ungefähr 20 Minuten gehen lassen. Eidotter zersprudeln und die Buchteln damit bestreichen.
  • Die Rein ins kalte Backrohr stellen, eine kleine feuerfeste Form mit Wasser füllen und dazustellen. Bei 180 °C zirka 40 Minuten backen.

Woazenes – ungesüßt

1 kg Weizenmehl
1/2 l Milch
1 Packerl Germ
1 Prise Zucker
40 g Butter
1 Ei
2 TL Salz

  1. Die Germ in etwas lauwarmer Milch mit einem EL Mehl auflösen und ein Dampfl zubereiten. An einem warmen Platz zugedeckt 20 Minuten gehen lassen.
  2. Mehl, Milch, Zucker, die zerlassene Butter, Ei undSalz mit dem Dampfl verkneten, bis sich der Teig glatt und glänzend von der Schüssel löst. Den Teig bemehlen und 40 Minuten rasten rasten lassen.
  3. Den Teig noch einmal gut verkneten und in eine befettete Rein geben. Noch einmal eine halbe Stunde an einem warmen Platz zugedeckt gehen lassen. Anschließend ins kalte Backrohr stellen und bei 180° C ungefähr 45 Minuten backen. Stellen Sie beim Backen ein kleines, feuerfestes Schüsserl mit Wasser ins Rohr, dann trocknet der Teig weniger aus.
  4. Der Teig kann vor dem Backen mit Karobe- oder Birnenmehl bzw. Zimt bestreut werden.

Menschen, die zur Osterjause nicht so gerne den süßen Kärntner Osterreindling essen – beinahe unvorstellbar! -, kann man ungesüßtes Woazenes servieren. Es gibt auch eine süße Variante des Woazenen, Sie finden sie hier.

Feine saure Suppe

Saure Suppe (auch Klachlsuppe oder Schweinshaxensuppe) wurde häufig nach dem Schlachten zubereitet. Im Jauntal wird sie mit Had‘nsterz gegessen, im Lavanttal meist mit Scheadlan, oft auch mit Roggenbrot. Wird das Fleisch vom Knochen gelöst und in mundgerechte Stücke geschnitten, wird auch die Bezeichnung Salonklachlsuppe verwendet. Das heutige Rezept hat uns Christl Hochegger aus Wiesenau verraten.

1 mittelgroße Zwiebel
1 EL Schmalz
1 obere Schweinsstelze
3 l Wasser
Salz, Pfeffer
1 Lorbeerblatt
3 Wacholderbeeren
1 Knoblauchzehe
etwas Muskatnuss
Majoran
1 Bund Wurzelwerk
Sellerieblätter (falls verfügbar)
1 EL Essig
Suppenwürze,
4 Erdäpfel nach Belieben
Einbrenn
1 EL Schmalz
1 gehäufter El Mehl

  • Die Zwiebel fein schneiden und in Schmalz goldgelb anrösten.
  • Die Schweinsstelze mit kaltem Wasser, den Gewürzen, Knoblauch und der gerösteten Zwiebel zustellen. Eine Stunde kochen lassen.
  • Das Wurzelwerk putzen und kleinwürfelig schneiden, zwei Karotten der Länge nach vierteln. Zur Suppe geben und eine halbe Stunde mitkochen.
  • Wenn das Fleisch weich ist, wird es vom Knochen gelöst, in Stücke geschnitten und wieder zur Suppe gegeben.
  • Für die Einbrenn das Mehl in heißem Schmalz dunkel anrösten. Dann mit kaltem Wasser aufgießen und klumpenfrei verrühren. Zur Suppe geben. (Die Einbrenn kann weggelassen werden.)
  • Mit Essig und bei Bedarf etwas Suppenwürze abschmecken.
  • Die Erdäpfel kleinwürfelig schneiden und kochen. In die fertige Suppe geben.

Auszügler

Vergangenen Sonntag war Maria Lichtmess. An diesem Tag gibt es Lichtmesskrapfen – sie sollten den Schnee vertreiben. Eine Art von Krapfen sind Auszügler, das sind auseinander gezogene Krapfen aus Germteig. In Kärnten und Tirol werden sie manchmal auch Zugkrapfen genannt.

1/2 kg glattes Mehl
1 Packerl Germ
2 EL Zucker
1/2 TL Salz
3 Dotter
3 dkg Butter
1/4 l Milch
1 EL Schnaps
Zitronenschale
Butterschmalz zum Herausbacken
Schwarzbeermarmelade
Staubzucker

Germ mit Zucker, etwas Milch und 2 EL Mehl zu einem Dampfel verrühren, zudecken und gehen lassen. Die Butter zur Milch geben und erwärmen, bis die Milch lauwarm ist.
Das Mehl in eine (Rühr-)Schüssel geben, Dampfl, die Milch mit der Butter, Schnaps, Dotter und Salz dazugeben und sehr gut kneten. Für die Auszügler soll der Teig eher weich sein.
Wenn der Teig Blasen wirft, schön glänzt und sich von der Schüssel löst, ist er fertig.
Germteig zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.
Mit einem Esslöffel gleichmäßig große Stücke vom Teig abstechen, auf ein bemehltes Tuch legen und zu Kugeln verkneten. Die Kugeln vorsichtig in der Mitte auseinanderziehen, damit der Teig innen dünn ist, aber außen ein dickerer Rand bleibt. Noch einmal 30 Minuten gehen lassen.
Butterschmalz in einer breiten Rein erhitzen. Die Teigstücke in das heiße Fett einlegen. Wenn die Auszügler goldgelb sind, werden sie umgedreht und fertig gebacken. Auf einer Küchenrolle abtropfen lassen. Mit Staubzucker bestreuen, in die Mitte kommt ein Löffel Schwarzbeermarmelade.

Weihnachten im Lavanttal

Bamle, ni, ni
schau, dass du a so voll weast wia i.

Wer von Ihnen kennt diesen Spruch? Kinder und Erwachsene haben früher nach dem Weihnachtsessen im Obstgarten die Bäume umarmt – für eine gute Obsternte im nächsten Jahr.

Weihnachten war früher tatsächlich eine stille Zeit – noch vor 80 Jahren waren Christbaum und Geschenke weitgehend unbekannt, häufig wurden aber Krippen aufgestellt. Später wurden mit Äpfeln und Lebkuchen geschmückte Christbäume vor dem Herrgottswinkel an der Decke aufgehängt.

Vor Weihnachten wurde 40 Tage gefastet, der Heilige Abend war ein strenger Fasttag – in manchen Haushalten wurde bis zur Christmette nichts gegessen, in anderen gab es Brennsuppe, manchmal Dampfnudeln, Wuzlnudeln oder Oaweibl. Erst nach der Christmette um Mitternacht gab es Selchwürstel.

Piggalan und Das Siaße wurden traditionell am 24. Dezember und zu Silvester gegessen. Daneben gibt es noch ein weiteres Gericht, das in vielen Haushalten am 25. Dezember, am Ostersonntag und am Pfingstsonntag zubereitet wurde, Schnee.

St. Georgener Apfelcocktail

Am heurigen Apfelfest hat die St. Georgener Landjugend einen köstlichen Apfelcocktail angeboten – sowohl alkoholfrei als auch in einer alkoholhaltigen Variante. Herzlichen Dank für das Rezept und das Foto!

¼ l Apfelsaft
1/8 l Orangensaft
etwas Zitronensaft oder Zitronensäure
¼ l Mineralwasser
1 Spritzer Monin Apfel (es kann für eine andere Farbe auch ein anderer Monin-Sirup verwendet werden)
für die alkoholische Variante Wodka nach Geschmack
etwas Kristallzucker
und – lt. Auskunft der St. Georgener Landjugend – eine große Prise Liebe

  1. Apfelsaft, Orangensaft, Zitronensaft, Mineralwasser und eventuell Wodka vermischen und abschmecken.
  2. Den Rand des Cocktailglases in Wasser tauchen und anschließend kurz in Kristallzucker – so entsteht ein hübscher Rand.
  3. Als erstes Monin in das Glas gießen, dann vorsichtig mit dem Cocktail aufgießen. Der Sirup bleibt am Boden und das ergibt die interessante Farbe des Getränkes.
  4. Mit einer Apfelspalte garnieren und gleich servieren.

Apfelpudding

Eine im Lavanttal sehr bekannte Spezialität ist das Apfelmandl (auch Apfelweibl oder Apfelklesch) – eine etwas feinere Variante ist der Apfelpudding.

4 gehäufte EL Zucker
1 EL Wasser
¼ l Wasser oder Apfelsaft
½ kg säuerliche Äpfel
½ Zitrone
Anis
Zimt
1 EL Maisstärke
1/8 l Schlagobers

  • Den Zucker mit 1 EL Wasser in einer Rein erhitzen und so lange rühren, bis er braun wird (= karamellisieren). Mit der Hälfte des Wassers oder des Apfelsaftes aufgießen und aufkochen lassen, dabei löst sich das Karamell auf.
  • Die Äpfel schälen und in kleine Würfel schneiden.
  • Die Zitrone auspressen und den Saft mit den Apfelwürfeln vermengen, damit sie nicht braun werden.
  • Die Apfelwürfel in den Kochtopf geben, mit etwas Anis und Zimt würzen. Kurz kochen lassen.
  • Die Maisstärke mit der restlichen Flüssigkeit klumpenfrei verrühren und in die kochende Apfelmischung einrühren. Einmal aufkochen lassen.
  • Noch heiß in Schüsserl füllen. Wenn der Apfelpudding kalt ist, mit steif geschlagenem Schlagobers verzieren.

Ich bedanke mich bei Ingrid Walzl aus Reichenfels für dieses Rezept.

Buchhofer Rezeptideen

Soeben erschienen!

Die Landwirtschaftliche Fachschule (LFS) Buchhof hat aus Anlass ihres 80-jährigen Bestehens ein Kochbuch herausgebracht, das ihrer Philosophie entsprechend, das Moderne, das Trendige, mit dem Klassischen verbindet. Die besten Buchhof-Rezepte in einem Kochbuch zu veröffentlichen und somit ein Nachschlagewerk zu schaffen, war die Idee für das Kochbuch. Im Sommer 2018 wurden die AbsolventInnen aufgerufen, ihre Lieblingsrezepte oder Rezeptsammlungen aus ihrer Schulzeit zur Verfügung zu stellen. Aus allen (!) acht Jahrzehnten des Bestehens der Schule kamen Rezepte an das Autorinnenteam.

Die LFS Buchhof vermittelt Grundlagen des Kochens, Grundrezepte und Basiswissen. Dies wurde auch im neuen Kochbuch berücksichtigt.

Das Buch ist eine Sammlung von „Geheimrezepten“ – Kostbarkeiten aus acht Jahrzehnten, die das Kochbuch zu einem Begleiter für das Leben machen. Jedes Rezept ist so gestaltet, dass es problemlos in jedem Haushalt zubereitet werden kann.

Ausschließlich Rezepte mit einfachen Zutaten, die meist vorrätig sind, wurden dafür ausgewählt. Also Zutaten, die regional eingekauft werden können, denn Regionalität ist im Schulalltag wichtig.

Neben einem Inhaltsverzeichnis findet sich für eine gute Orientierung auch ein Register nach Sachgruppen und ein alphabetisches Register am Ende des Buches.

Unterstützt wird das Team des LFS Buchhof (Direktorin Elfriede Größing, Rosa Ellersdorfer, Maria Sneditz, Jutta Spendier) von Gudrun Steinkellner, der Foodbloggerin die Lovntolerin und Autorin des Kochbuchs Kochen wie früher im Lavanttal.

Das Buch ist im Buchhandel und über den Wito Verlag (bestellung@wito-verlag.at) erhältlich.

Wito Verlag
ISBN 978-3-200-06245-0
192 Seiten
Jedes Rezept mit färbigem Bild
Hardcover
Format 16,5 x 24 cm
€  24,90