Verheirateter Sterz

1/2 l Wasser
1 TL Salz
20 dkg Mehl
½ kg mehlige Erdäpfel
5 dkg Butterschmalz

  1. Die Erdäpfel in der Schale dämpfen.
  2. In einem hohen Kochtopf Wasser zum Kochen bringen und salzen. Das Mehl am Topfrand rasch eingießen. Nicht umrühren, es entsteht ein großer Klumpen. Ungefähr zehn Minuten zugedeckt sieden lassen.
  3. Wenn sich der Klumpen am Topfrand angelegt hat, wird er vom Rand weggeschnitten. Er soll schwimmen und noch weitere zehn Minuten sieden.
  4. Das Kochwasser zum größten Teil abgießen, etwas davon in einem Häferl zurückbehalten.
  5. Den Mehlklumpen mit einer zweizinkigen Gabel aufgabeln, es sollen sich gleichmäßige Bröckerl bilden. Sollte die Masse zu trocken sein, kann man etwas Kochwasser dazugeben.
  6. Die Erdäpfel schälen und in Stücke schneiden. Zum Sterz geben.
  7. Heißes Butterschmalz darübergeben – dabei muss es zischen – mit den Erdäpfeln noch einmal gut aufgabeln und weitere 15 Minuten zugedeckt ausdünsten lassen. Dazu gibt es Milch oder Salat.

Es gibt noch eine zweite Variante des verheirateten Sterzes, die ich Ihnen in meinem nächsten Beitrag vorstellen werde.

Das Beste aus der Wirtshausküche

Erwin Werlberger
Das Beste aus der Wirtshausküche

Das Wirtshaus ist die Heimat des guten Essens. Erwin Werlberger, Chef des salzburgischen Winterstellguts, erfüllt diese Tradition mit größter Leidenschaft und Hingabe. Nur saisonale und regionale Produkte kommen ihm in die Küche und auf den Tisch. Werlberger kennt seine Leut’, die Bauern, die Jäger und natürlich seine Gäste. Bei Qualität und dem eigenen hohen Anspruch gibt es keinen Kompromiss. Die Gäste danken es ihm. Und er dankt es den Gästen – mit dem Besten aus der Wirtshausküche zum Nachkochen für daheim.

»Dass Erwin Werlberger sein Handwerk meisterlich beherrscht, ist auf vielen Seiten dieses Buches zu sehen. Was hier gezeigt wird, ist Wirtshausküche in Vollendung. Dazu kann und will ich nur herzlich gratulieren.« Rudi Obauer

ISBN-13 9783710401541
240 Seiten / 21 x 26 cm
Servus
€ 36.00 EUR

 

Sauerrahmschmarren

300 g Sauerrahm
1/18 l Schlagobers
4 Dotter von Freilandeiern
4 Eiklar
50 g glattes Mehl
90 g Zucker (davon 50 g für das Karamell)
1 Kappe Rum
1 Prise Vanillezucker
25 g Butter
Abrieb von 1/4 Zitrone (unbehandelt)
1 Prise Salz
1 EL Zucker zum Schneeschlagen

  1. Für den Schmarren Sauerrahm, Schlagobers und Dotter glatt abrühren. Mit 40 g Zucker, Vanillezucker, Rum, Zitronenabrieb, Salz und dem Mehl zu einem Teig verarbeiten.
  2. Eiweiß mit Zucker steif schlagen und unter die angerührte Masse heben.
  3. 50 g Zucker in einer Pfanne karamellisieren. Butter dazugeben und gut schwenken, damit sich die Butter und der karamellisierte Zucker vermengen.
  4. Den Teig in die Pfanne gießen und im Backrohr bei 200 °C ca. 15-20 Minuten anbacken. Mit einer Palette wenden und in Stücke reißen (oder grob schneiden) und servieren. Erwin Werlberger  serviert dazu Rumtopf – ich belasse es beim Klassiker Zwetschkenröster.

Quelle: Erwin Werlberger, Das Beste aus der Wirtshausküche
ISBN-13 9783710401541
240 Seiten / 21 x 26 cm
Servus
€ 36.00

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

Kärntner Nudeln mit Hirse

20 dkg griffiges Mehl
10 dkg Weizen- oder Dinkelvollkornmehl
etwas Salz
1 Ei
ungefähr 1/4 l lauwarmes Wasser

FÜLLE
1/2 kg grober Bröseltopfen
10 dkg Hirse
1/8 l Wasser
1/8 l Milch
etwas gehackte Nudelminze und Keferfill (= Kerbel)
Salz

Butter zum Übergießen

  1. Die Hirse gut waschen undin einer Mischung aus Wasser und Milch kochen, bis sie weich ist. Überkühlen lassen.
  2. Aus Mehl, Ei, Salz und Wasser einen mittelfesten Nudelteig zubereiten.
  3. Für die Fülle Bröseltopfen, Hirse und Gewürze gut vermischen. Kugeln mit 4 cm Durchmesser aus der Fülle formen.
  4. Den Nudelteig dünn ausrollen, runde Teigstücke mit ungefähr 7 cm Durchmes­ser ausstechen. Eine Kugel Fülle in die Mitte jedes Teigstückes legen, den Teig zusammenklappen und die Ränder krendeln. Achten Sie darauf, dass die Fülle beim Krendeln nicht flachgedrückt wird.
  5. In kochendes Salzwasser einlegen und 15 Minuten sieden.
  6. Zum Servieren mit zerlassener, angebräunter Butter übergießen.

Für dieses Rezept bedanke ich mich beim Team der LFS Buchhof – auf diese Art werden Kärntner Nudeln im Jauntal zubereitet.

Bierfleisch

1 kg magere Schweinsschulter
2 Zwiebeln
Neugewürz, Thymian
Salz, Pfeffer, Kümmel
1/2 l Bier
½ Biozitrone
1 Handvoll geriebenes Schwarzbrot

  1. Zwiebel fein schneiden und goldbraun rösten.
  2. Die Schweinsschulter in 2-3 cm große Würfel schneiden, dazugeben und mitrösten, bis das Fleisch eine schöne Farbe annimmt.
  3. Die Gewürze und die Zitrone dazugeben und mit dem Bier langsam weichdünsten.
  4. Zum Schluss geben wir eine Handvoll geriebenes Schwarzbrot dazu und lassen noch 10 Minuten durchdünsten.
  5. Dazu servieren wir böhmische Knödel oder Spätzle.

Nach: Gute Küche, Bibliothek der Illustrierten Kronen-Zeitung, Wien 1900.

Dazu ein Buchtipp!
Jakob M. Berninger, Unser Bier. Alles, was Genießer wissen müssen.
ISBN 9-783710-40172-5
€ 7,00
Das kleine Buch „Unser Bier“ bietet Wissenswertes zum Thema Bier: Geschichte, Hintergrundwissen und kuriose Fakten. Nett zum Verschenken. Erschienen im Servus Verlag.

Schwammlaibchen

1 Teller Pilze oder Schwammerl
1 kleine Zwiebel
1 EL Butter
2 dl Sauerrahm
2 Sardellen (nach Geschmack)
2 EL Brösel
Pfeffer, Muskatnuss, Salz
2 Dotter
Brösel
Pflanzenöl zum Herausbraten

 

  1. Ungefähr einen Tellervoll gereinigte und blättrig geschnittene Schwämme (= Pilze und/oder Schwammerl) überbrüht man mit heißem Wasser.
  2. Dann seiht man das Wasser ab, hackt die Schwämme fein, gibt sie zu gelb angelaufener Zwiebel in Butter, mischt 2 Deziliter sauren Rahm, 2 gehackte Sardellen, 2 Löffel Brösel, Pfeffer, Muskatnuss, wenig Salz und 2 Dotter dazu und lässt das Ganze eine halbe Stunde stehen.
  3. Hierauf formt man mit feuchten Händen kleine Laibchen, drückt dieselben in Brösel, bäckt sie mit Butter. Ergibt 10 Stück.

Bearbeitet nach: Katarina Prato, Die Süddeutsche Küche, 62. Auflage 1919, Verlagsbuchhandlung Styria, S. 166.

Tipp: Schütten Sie das Wasser nicht weg, sondern verwenden Sie es für Suppen oder Saucen.

Bettlersterz

350 g Erdäpfel
200 g Mehl
Salz
2 Eier
125 ml Milch
(Butter-)Schmalz

 

  1. Die gekochten, geschälten und blättrig geschnittenen Erdäpfel in eine Pfanne geben, darüber den Teig aus Mehl, Salz, Eiern und Milch schütten.
  2. Alles miteinander gut durchrösten.

 

Aus: Herbert Paukert, Sterz& Polenta, 130 Rezepte – traditionell  neu interpretiert, Leopold Stocker Verlag. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Sterz & Polenta

Herbert Paukert
Sterz & Polenta
130 Rezepte – traditionell neu interpretiert
ISBN 978-3-7020-1612-8
128 Seiten
durchgehend farbig bebildert
€ 16,90

Dieses Buch vereint die traditionellen, ländlichen Sterzgerichte der verschiedenen europäischen Länder mit modernen Kreationen. 130 Rezepte zeigen, wie vielseitig Maisgrieß und seine Verwandten einsetzbar sind: Polenta-Lauch-Suppe und Heiden- oder Gerstensterz, Maisgrießauflauf mit Schafkäse, Gefüllte Polentadukaten sowie Sterzauflauf mit Fruchtsoße oder Polenta-Apfel-Schmarren, aber auch italienische und osteuropäische Spezialitäten wie Polentapizza, Maisbrot oder Mamalyga, ein rumänisches Nationalgericht, finden sich in diesem Buch.

Gefüllte Hühnerhaxen

Zutaten
4 Hühnerkeulen
2 Semmeln
1 Ei
etwas Milch
1 kleine Zwiebel
Petersilie
Salz, Pfeffer, Paprikapulver
Pflanzenöl

 

Zubereitung
1. Die Hendlhaxen waschen und mit Küchenrolle trocknen, die Haut an der Oberseite vorsichtig so vom Fleisch ablösen, dass eine Tasche entsteht. (Das ist ganz einfach!

2. Für die Fülle die Semmeln in kleine Würfel scheiden. Das Ei mit etwas Milch zersprudeln und die Semmelwürfel damit gut befeuchten. Die Masse soll nicht allzu trocken sein!

3. Die Zwiebel fein schneiden und in Öl glasig anlaufen lassen. Petersilie fein hacken, beides zu den Semmelwürfeln geben. Mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss würzen, alles gut vermengen.

4. Die Fülle unter die Haut der Hühnerbeine stopfen und die Öffnung zunähen oder mit Zahnstochern gut verschließen. Die Teile mit Salz und Paprika einreiben.

5. Im heißen Rohr bei 180 °C in einer gut befetteten Rein ca. 40 Minuten braten. Öfters mit dem Bratensaft übergießen, damit die Haut schön knusprig wird. Sollte zu wenig Flüssigkeit vorhanden sein, etwas kochendes Wasser in die Bratenrein geben.