Zwei Suppen für den Aschermittwoch

Die am Faschingdienstag übriggebliebenen Krapfen wurden am Aschermittwoch im Lavanttal auf eine Schnur gefädelt und bis Ostern am Fleischhimmel aufgehängt. Erst dann wurden sie verzehrt. Nun begann die Zeit des Fastens! Dazu möchte ich zwei Fastensuppen vorstellen.

Farferlsuppe
1 Bund Wurzelwerk
2 EL Pflanzenöl
Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt
Majoran, Liebstöckel
Gundelrebe (falls vorhanden)
1 l Wasser
Farferl
1/4 kg griffiges Mehl
2 Eier
Salz

  • Für die Suppe das Wurzelwerk waschen, putzen und schneiden. In Öl langsam anrösten – dabei braucht es etwas Geduld, denn die Röststoffe ergeben den guten Geschmack der Suppe. Mit Wasser aufgießen, würzen und 20 Minuten kochen lassen.
  • Für die Farferl Mehl, Eier und Salz in eine Küchenmaschine (mit Messereinsatz) geben und kurz auf höchster Stufe einschalten, bis kleine Knöllchen entstehen.
  • Die entstandenen Farferl in der abgeseihten Suppe kochen, bis sie weich sind. Mit Schnittlauch anrichten.

Ein sehr interessantes Rezept stammt von Gisela Scharf vlg. Hofsattler aus Bad St. Leonhard. In ihrer Familie wird schon seit Generationen am Aschermittwoch Zimtsuppe gegessen: Dafür wird gesalzenes Wasser mit etwas Zimt aufgekocht und die Farferl werden in diese Flüssigkeit eingekocht. Die Zimtsuppe wird nicht gezuckert.

In eigener Sache: Bilder werden nicht angezeigt

Ich habe von einigen Userinnen und Usern die Rückmeldung bekommen, dass die Bilder zu den Rezepten nicht angezeigt werden. Es scheint wohl so zu sein, dass das mit den Browsereinstellungen am Handy zu tun hat.

Sollten die Bilder an eurem Handy nicht angezeigt werden, ruft am Handy über den Browser bitte kochenwiefrüher.at auf und scrollt nach ganz unten auf der Seite, dort gibt es die Einstellung „Ganze Seite anzeigen“. Bitte klickt das an, dann werden die Bilder zu den einzelnen Rezepten angezeigt.

Ich bedanke mich ganz herzlich für eure Rückmeldungen – bei mir war alles in Ordnung und ich hätte den Fehler selbst nicht gesehen!

Gailtaler Rosenkuchen

½ kg griffiges Mehl
6 dag Zucker
6 dag Butter
1 Würfel Germ
1 TL Salz
¼ l Milch
2 Eier
geriebene Zitronenschale
Fülle
1/4 l Milch
20 dag geriebene Walnüsse
10 dag Zucker
1 EL Rum
1 TL Zimt
2 TL Zitronensaft
3 EL grob gehackte Kochschokolade
falls vorhanden etwas Orangeat und Zitronat
Glasur
3 TL Staubzucker
etwas Zitronen- oder Kirschensaft

  • Etwas Milch anwärmen, Germ darin auflösen und mit einem EL Mehl zu einem Dampfl verrühren. 20 Minuten gehen lassen.
  • Anschließend die restliche Milch anwärmen und die Butter darin auflösen. Zum Mehl geben. Mit Zucker, Salz, den Eiern und Zitronenschale verkneten, bis sich der Teig glatt und glänzend von der Schüssel löst. 40 Minuten rasten lassen.
  • Für die Fülle die Milch erhitzen, dann Nüsse und Zucker zugeben. Anschließend vom Herd nehmen, Zimt, Zitronensaft und Rum darunterrühren.
  • Den Germteig gut kneten und dünn auswalken. Die Fülle darauf verteilen und die Schokoladestücke darübergeben.
  • Den Teig einrollen und in 4 cm breite Stücke schneiden. Diese Stücke nebeneinander in eine Tortenform legen und 45 Minuten zugedeckt gehen lassen.
  • Eine kleine, mit Wasser gefüllte, feuerfeste Form sowie die Tortenform in das kalte Backrohr stellen, bei 180 °C zirka 40 Minuten backen.
  • Wenn Kuchen fertig ist, wird er aus dem Rohr genommen und zehn Minuten in der Form stehen gelassen.
  • Für die Glasur Staubzucker und so viel Zitronen- oder Kirschensaft verrühren, dass die Glasur dickflüssig bleibt. Mit einem Backpinsel auf den lauwarmen Rosenkuchen auftragen .

Das Rezept für diesen Kuchen hat uns Monika Senn, eine gebürtige Kötschach-Mauthnerin, zur Verfügung gestellt. Ihre Mutter hat den Rosenkuchen bereits in den 1960iger-Jahren zu besonderen Anlässen gebacken, vermutlich stammt das Rezept aber bereits von ihrer Großmutter.

Feine saure Suppe

Saure Suppe (auch Klachlsuppe oder Schweinshaxensuppe) wurde häufig nach dem Schlachten zubereitet. Im Jauntal wird sie mit Had‘nsterz gegessen, im Lavanttal meist mit Scheadlan, oft auch mit Roggenbrot. Wird das Fleisch vom Knochen gelöst und in mundgerechte Stücke geschnitten, wird auch die Bezeichnung Salonklachlsuppe verwendet. Das heutige Rezept hat uns Christl Hochegger aus Wiesenau verraten.

1 mittelgroße Zwiebel
1 EL Schmalz
1 obere Schweinsstelze
3 l Wasser
Salz, Pfeffer
1 Lorbeerblatt
3 Wacholderbeeren
1 Knoblauchzehe
etwas Muskatnuss
Majoran
1 Bund Wurzelwerk
Sellerieblätter (falls verfügbar)
1 EL Essig
Suppenwürze,
4 Erdäpfel nach Belieben
Einbrenn
1 EL Schmalz
1 gehäufter El Mehl

  • Die Zwiebel fein schneiden und in Schmalz goldgelb anrösten.
  • Die Schweinsstelze mit kaltem Wasser, den Gewürzen, Knoblauch und der gerösteten Zwiebel zustellen. Eine Stunde kochen lassen.
  • Das Wurzelwerk putzen und kleinwürfelig schneiden, zwei Karotten der Länge nach vierteln. Zur Suppe geben und eine halbe Stunde mitkochen.
  • Wenn das Fleisch weich ist, wird es vom Knochen gelöst, in Stücke geschnitten und wieder zur Suppe gegeben.
  • Für die Einbrenn das Mehl in heißem Schmalz dunkel anrösten. Dann mit kaltem Wasser aufgießen und klumpenfrei verrühren. Zur Suppe geben. (Die Einbrenn kann weggelassen werden.)
  • Mit Essig und bei Bedarf etwas Suppenwürze abschmecken.
  • Die Erdäpfel kleinwürfelig schneiden und kochen. In die fertige Suppe geben.

Auszügler

Vergangenen Sonntag war Maria Lichtmess. An diesem Tag gibt es Lichtmesskrapfen – sie sollten den Schnee vertreiben. Eine Art von Krapfen sind Auszügler, das sind auseinander gezogene Krapfen aus Germteig. In Kärnten und Tirol werden sie manchmal auch Zugkrapfen genannt.

1/2 kg glattes Mehl
1 Packerl Germ
2 EL Zucker
1/2 TL Salz
3 Dotter
3 dkg Butter
1/4 l Milch
1 EL Schnaps
Zitronenschale
Butterschmalz zum Herausbacken
Schwarzbeermarmelade
Staubzucker

Germ mit Zucker, etwas Milch und 2 EL Mehl zu einem Dampfel verrühren, zudecken und gehen lassen. Die Butter zur Milch geben und erwärmen, bis die Milch lauwarm ist.
Das Mehl in eine (Rühr-)Schüssel geben, Dampfl, die Milch mit der Butter, Schnaps, Dotter und Salz dazugeben und sehr gut kneten. Für die Auszügler soll der Teig eher weich sein.
Wenn der Teig Blasen wirft, schön glänzt und sich von der Schüssel löst, ist er fertig.
Germteig zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.
Mit einem Esslöffel gleichmäßig große Stücke vom Teig abstechen, auf ein bemehltes Tuch legen und zu Kugeln verkneten. Die Kugeln vorsichtig in der Mitte auseinanderziehen, damit der Teig innen dünn ist, aber außen ein dickerer Rand bleibt. Noch einmal 30 Minuten gehen lassen.
Butterschmalz in einer breiten Rein erhitzen. Die Teigstücke in das heiße Fett einlegen. Wenn die Auszügler goldgelb sind, werden sie umgedreht und fertig gebacken. Auf einer Küchenrolle abtropfen lassen. Mit Staubzucker bestreuen, in die Mitte kommt ein Löffel Schwarzbeermarmelade.