Millstädter Apfelreindling

1 kg Mehl
30 g Germ
450 ml lauwarme Milch
50 g flüssige Butter
Salz

1 kg Äpfel
3 TL Zimt
75 g Zucker
Saft von ½ Zitrone
Butter zum Ausstreichen
Mehl oder Brösel zum Ausstreuen

  1. Aus Mehl, Germ, Ei, Milch, Butter und Salz einen weichen Teig kneten und eine halbe Stunde lang in der Wärme gehen lassen. Falls der Teig zu fest ist, etwas mehr Milch nehmen.
  2. Äpfel schälen, entkernen und grob reiben. Mit Zimt, Zucker und Zitronensaft vermischen.
  3. Teig nicht zu dünn ausrollen und mit der Fülle bestreuen.
  4. Einrollen und in eine gut befettete Pfanne, die mit Mehl oder Bröseln ausgestreut ist, legen. Nochmals eine halbe Stunde rasten lassen.
  5. Im vorgeheizten Rohr bei 190 bis 200 °C etwa 60 Minuten backen.

Quelle: Servus, Das kleine Buch. Strudel und Striezel. Rezepte und Geschichte. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages

Schnee

Das Siaße und Piggalan sind die beiden bekanntesten Weihnachtsgerichte, die im Lavanttal am 24. Dezember und zu Silvester gegessen werden. Daneben gibt es noch ein weiteres Gericht, das traditionell am 25. Dezember, am Ostersonntag und am Pfingstsonntag zubereitet wird – Schnee.

Zutaten
30-40 dkg Reindling (vom Vortag)
2-3 EL Rum oder Schnaps
2-3 KL Zucker
¼ l Schlagobers

  1.  Den Reindling feinblättrig schneiden. Er soll mit wenigen Rosinen gefüllt sein.
  2. Das Schlagobers steif schlagen.
  3. Den Rum oder den Schnaps wässern. Zucker dazugeben und auflösen.
  4. Den Reindling in eine Schüssel einlegen. Die Flüssigkeit darüber träufeln. Eine Schicht Schlagobers darübergeben. Dies einmal wiederholen.
  5. Kühl stellen und einige Stunden stehen lassen.

Früher wurden Piggalan, das Siaße und Schnee von allen gemeinsam aus einer Schüssel gegessen.

 

Das Siaße

Was essen Sie zu Weihnachten? Vielleicht Piggalan oder das Siaße? Beide Gerichte haben im Lavanttal eine lange Tradition, und es gibt viele verschiedene Varianten.

Zutaten
30 dgk Woaza (= Reindling), der Teig wird nicht gefüllt und er sollte für das Siaße nicht allzu süß sein
25 dkg Kletzen (= Dörrbirnen)
25 dkg getrocknete Zwetschken
ev. ¼ l Saft von Kirschenkompott
15 dkg fein geriebener Mohn
7 dkg Zucker
1-2 Stamperl Schnaps
nach Geschmack ¼ l Schlagobers

Zubereitung
Am Vortag die Kletzen und die Zwetschken in Wasser einweichen.
Am nächsten Tag werden sie im Einweichwasser gekocht, dabei sollten sie immer knapp mit Wasser bedeckt sein.
Wenn die Dörrfrüchte weich sind, den Topf vom Herd nehmen und im Sud abkühlen lassen. Abseihen, die Flüssigkeit mit dem Saft vom Kirschenkompott und dem Schnaps abschmecken.
(Die Früchte kann man für Kletzennudeln verwenden, in manchen Haushalten werden sie wie Kompott gegessen.)

Das Woaza wird in dünne Scheiben geschnitten, eine Lage wird in eine Schüssel gegeben. Darüber kommen Mohn und Zucker, dann wieder eine Schicht Woaza, die nächste Schicht besteht wieder aus Mohn und Zucker. Das Ganze mit abgeschmecktem Saft übergießen und servieren. In manchen Haushalten kommt auch noch Schlagobers darüber.

Ich bedanke mich bei Sabine V. aus Preitenegg und Sabine L. aus St. Johann für Ihre Unterstützung beim Zusammenstellen des Rezeptes.

 

Lavanttaler Osterjause

Zutaten
Selchfleisch
gekochte Schweinszunge
Schweinsbraten
Selchwürste
hartgekochte Eier
frischer Krenn

Zubereitung
Selchfleisch, gekochte Schweinszunge, Schweinsbraten und Selchwürste werden in mundgerechte Stücke geschnitten und in Lagen auf einem großen Teller aufgeschichtet. Zwischen die einzelnen Lagen wird großzügig geriebener Krenn gestreut. Auf die oberste Schicht kommt noch einmal Krenn und hartgekochte Eier.

Dazu gibt es einen Reindling.

Ich danke meiner lieben Freundin Herta St. aus Mischling für das Rezept und vor allem für die Einladung zu dieser köstlichen Jause.

Osterreindling

Der Kärntner Reindling wurde früher häufig in einer flachen, eckigen oder runden Rein gebacken, daher kommt auch sein Name.
Auf dem Bauernhof, auf dem mein Vater (Jahrgang 1921) aufgewachsen ist, hat jeder zu Ostern einen Reindling, den sogenannten Schmölza, und vier gefärbte Eier bekommen.

Zutaten
½ kg griffiges Mehl
3 EL Zucker
6 dkg Butter
1 Würfel Germ
1 TL Salz
¼ l Milch
2 Eier
Zitronenschale

Fülle
3 EL Zucker
2 TL Zimt
1 Handvoll Rosinen, nach Geschmack auch mehr

Zubereitung
Etwas Milch leicht erwärmen, Germ darin auflösen und ein Dampfl zubereiten. An einem warmen Ort zugedeckt 20 min gehen lassen.
Anschließend die restliche Milch erwärmen, Salz, Butter und Zucker darin auflösen und zum Mehl geben, Eier und etwas geriebene Zitronenschale zugeben. Das Dampfl mit allen genannten Zutaten verkneten, bis sich der Teig glatt und glänzend von der Schüssel löst. Der Teig wird bemehlt und soll 40 min zugedeckt an einem warmen Ort rasten.
Anschließend wird der Teig noch einmal geknetet und 1 cm dick ausgerollt. Zimt, Zucker und Rosinen gleichmäßig darauf verteilen. Der Länge nach einrollen.
Den Teig in eine mit Butter ausgestrichene Rein geben und zugedeckt 45 min gehen lassen. In das kalte Backrohr stellen, auf 170 °C einschalten; Backzeit ca. 45 min. Der Reindling wird saftiger, wenn eine kleine feuerfeste Form, die mit Wasser gefüllt ist, mit ins Rohr gestellt wird.
Wenn der Reindling fertig gebacken ist, nimmt man ihn aus dem Rohr und lässt ihn noch 10 min stehen, erst dann wird er aus der Form gestürzt.

 

 

 

 

Reindling mit Nussfülle

Zutaten
½ kg griffiges Mehl
6 dkg Zucker
6 dkg Butter
1 Würfel Germ (= Hefe)
1 TL Salz
¼ l Milch
2 Eier
Zitronenschale
Fülle
30 dkg geriebene Walnüsse
1/4 l Milch
10 dkg Zucker
2 EL Rum
2 TL Zimt
2 TL Zitronensaft

Zubereitung
Einen Germteig laut Grundrezept zubereiten.

Für die Fülle die Milch erwärmen, Nüsse und Zucker zugeben und noch einmal kurz erhitzen. Anschließend vom Herd nehmen, Zimt, Zitronensaft und Rum darunterrühren.Den Germteig dünn auswalken, Fülle darauf verteilen und einrollen.

Die gefüllte Teigrolle in eine befettete Reindlingform geben, 45 min gehen lassen.
Die Form in das kalte Backrohr stellen, bei 170 °C einschalten. Wenn das Backrohr heiß wird, geht der Teig noch ein bisschen auf; Backzeit ca. 45 min.
Der Reindling wird saftiger, wenn gleichzeitig eine kleine feuerfeste Form, die mit Wasser gefüllt ist, ins Rohr gestellt wird.
Wenn der Reindling fertig gebacken ist, nimmt man ihn aus dem Rohr und lässt ihn noch 10 min stehen, erst dann aus der Form stürzen.

 

Kärntner Reindling mit Mohnfülle

Der Reindling ist eine typische Spezialität aus Kärnten – es gibt ihn mit Rosinen oder Mohn gefüllt. Der Name kommt daher, dass man früher zum Backen eine Rein (= ein flacher Kochtopf) verwendet hat. Diese Rein wurde schon längst von der Reindlingform aus schwerer Keramik  abgelöst, diese gibt dem Reindling seines typische Aussehen. Der Name aber ist geblieben.

Zutaten Germteig
1 Packerl frische Germ (im Notfall Trockengerm)
1/8 – 1/4 l lauwarme Milch
50 dkg griffiges Mehl
8 dkg sehr weiche Butter
5 dkg Zucker
1 Ei
1 TL Salz
Zitronenschale
ev. 1 EL Rum
Zutaten Mohnfülle
20 dkg geriebenen Mohn
1/4 l Milch
10 dkg Zucker
1 EL Zimt
5 dkg Rosinen
ev. 1 Schuss Rum

Zubereitung
Einen Germteig zubereiten – so viel Milch zugeben, dass der Teig elastisch ist und sich gut ausrollen lässt – und 45 min gehen lassen.
In der Zwischenzeit die Mohnfülle zubereiten. Die Milch aufkochen lassen und alle Zutaten gut einrühren. Die Masse vom Herd nehmen und überkühlen lassen, 1 EL Rum dazugeben.
Eine Reindlingform gut mit Butter ausfetten. Den Teig in einen ca. 5 mm dicken Teigfleck auswalken, mit der Mohnfülle bestreichen und einrollen.
In der Form an einem warmen Platz 40 min zugedeckt gehen lassen.
Den Reindling in das kalte Backrohr stellen. Eine kleine, mit Wasser gefüllte feuerfeste Form  dazustellen – damit trocknet der Reindling beim Backen nicht so stark aus. Das Backrohr einschalten und bei ca. 170 °C ungefähr 45-50 min backen.
Nach dem Backen den Reindling noch ca. 10 min in der Form stehen lassen und dann erst auf ein Kuchengitter stürzen. Mit etwas Milch bepinseln, das lässt die Oberfläche schön glänzen.