Kräutlachoa mit grünem Spargel

4 Eier (= Oa)
2 EL Milch
Salz, Pfeffer
Butter
2-3 EL Kräutlach, z. B. Schnittlauch, Petersilie, Liebstöckl, Majoran, Oregano, Estragon Zitronenmelisse, Spitzen von jungen Brennnesseln, Giersch etc.
½ kg grüner Spargel
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Zitronensaft

  • Den Spargel waschen und putzen. Grüner Spargel wird nicht geschält. Die holzigen Enden wegschneiden und in 5 cm lange Stücke schneiden, die Spargelstangen können aber auch ganz bleiben.
  • Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Spargel zehn Minuten lang unter ständigem Rühren rösten.
  • Wenn der Spargel fertig ist, mit Salz und Pfeffer würzen und einige Tropfen Zitronensaft darübergeben.
  • Für Kräutlachoa die Kräuter waschen und fein schneiden.
  • Die Eier mit der Milch, Salz und Pfeffer versprudeln. In einer Pfanne Butter heiß werden lassen und die Eier hineingeben.
  • Die Kräuter darübergeben.
  • Wenn die Eier in der Pfanne zu stocken beginnen, werden sie umgedreht – ähnlich wie bei einem Omelett.
  • Beim Anrichten Kräutlachoa über die gebratenen Spargelstücke geben. Dazu passen heurige Erdäpfel.

Der Spargel stammt vermutlich aus Vorderasien. Bereits die Römer kultivierten ihn in größeren Mengen. Sie brachten ihn auch zu uns, doch nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches geriet der Spargelanbau in Vergessenheit. Im Mittelalter wurde der Spargel wiederentdeckt. In Österreich kann man Spargel seit 1530 nachweisen. Seit mehr als achtzig Jahren wird dieses köstliche Frühjahrsgemüse auch im Lavanttal angebaut.

Zellersuppe

1 mittelgroße Sellerieknolle (= Zeller)
20 g Butter
30 g Mehl
1 l Wasser
Salz, Pfeffer
Suppenwürze
etwas Zitronensaft oder Essig
3 EL Schlagobers
1 Eidotter
grüne Petersilie
100 g Weißbrotscheiben

  • Die Sellerieknolle putzen, schälen und in Würfel schneiden.
  • Die Selleriewürfel langsam in Öl anschwitzen, das Mehl dazugeben und alles gut anrösten. Mit Wasser aufgießen und die Sellerie kochen, bis sie weich ist.
  • Einige Selleriewürfel zur Seite stellen, den Rest der Suppe pürieren.
  • Mit Salz, Pfeffer und Suppenwürze und einigen Tropfen Zitronensaft oder Essig abschmecken.
  • Die restlichen Zellerwürfel wieder in die Suppe geben.
  • Eidotter und Rahm versprudeln und die Suppe damit legieren – nun soll die Suppe nicht mehr kochen!
  • Mit grüner Petersilie und dünn geschnittenen Weißbrotscheiben servieren.

Wilde Sellerie diente im Alten Ägypten als Heilpflanze. Aus dem antiken Griechenland ist ihre Verwendung schriftlich überliefert, später übernahmen die Römer die Sellerie von den Griechen. Über sie kam die Pflanze nach der Völkerwanderung zu uns. Im Mittelalter wurde sie in Klostergärten als Gewürz- und Heilpflanze angebaut. Hippokrates schreibt ihr harntreibende Wirkung zu, Hildegard von Bingen eine magenreinigende, Paracelsus verwendete sie gegen Blähungen, Harngrieß und stinkenden Schweiß.

Warme Gurkensoße

In Kärnten werden verschiedene Varianten der Gurkensoße zubereitet – das reicht einerseits von einer einfachen Soße, bei der Freilandgurken in dicke Stücke geschnitten in einer Einbrenn weichgekocht werden, über die Metnitztaler Gurkensoße, bei der zusätzlich kleingeschnittene, weichgekochte Erdäpfel zu den Gurken kommen, bis hin zu der hier vorgestellten, etwas leichteren Variante. Gewürzt wird immer gleich!

2 Freilandgurken
1 EL Butter
1 Knoblauchzehe
1 gestrichener EL Mehl
Salz, Pfeffer
etwas Suppenwürze
Dille
Sauerrahm

  • Die Gurken waschen, schälen und hacheln oder in dünne Scheiben schneiden.
  • Bei sehr großen Gurken die Kerne mit einem Löffel entfernen.
  • Butter zerlassen, die Gurken darin andünsten.
  • Knoblauch schälen, pressen und zu den Gurken geben.
  • Mit Mehl stauben, bei Bedarf 1-2 EL Wasser dazugeben.
  • Mit Salz, Pfeffer und etwas Suppenwürze abschmecken.
  • Mit Sauerrahm und feingehackter Dille verrühren – dabei soll die Soße nicht mehr kochen, sonst flockt der Sauerrahm aus.

Murken – so werden die Gurken bei uns im Dialekt genannt. Sie wurden in Nordindien bereits um 1500 v. Chr. angebaut.

Als Martina Mosgan aus Wolfsberg ein Kind war, war ihre Leibspeise die Gurkensoße ihrer Oma mit Semmelknödeln!

Grüne Erbsensuppe

1 großer Teller ausgelöste grüne Erbsen
30 g Butter
50 g Mehl
Ingwer oder Muskatnuss
Salz, Pfeffer
1 l klare Gemüsesuppe
grüne Petersilie
zum Verfeinern etwas Weißwein und Schlagobers

  • Die grünen Erbsen in leicht gesalzenem Wasser kochen, bis sie weich sind, dann abseihen.
  • Aus Butter und Mehl eine helle Einmach zubereiten.
  • Mit etwas Wasser verrühren und zur Gemüsesuppe geben, ebenso wie auch die gekochten Erbsen.
  • Mit Ingwer oder Muskatnuss, Salz und Pfeffer einmal aufkochen.
  • Beim Anrichten mit gehackter grüner Petersilie garnieren. So lautet das Rezept aus dem Buchhof aus dem Jahr 1944.
  • Die Suppe kann man durch die Zugabe von etwas Weißwein und Schlagobers verfeinern. Pürieren bringt den Erbsengeschmack besser zur Geltung.

Erbsen kamen in der Jungsteinzeit aus dem Vorderen Orient nach Europa. Als die Menschen sesshaft wurden, waren Erbsen, Bohnen und Linsen die wichtigsten pflanzlichen Eiweißlieferanten. Bereits im Mittelalter wurden Erbsen gekocht und mit Zwiebeln, Schmalz und Brot als Suppe verzehrt. Bis ins 17. Jahrhundert wurden sie getrocknet und meist als Mus gegessen. Erbsen waren das Nahrungsmittel der Armen, Fleisch konnten sich die wenigsten leisten. Später wurden Sorten gezüchtet, die man unreif und grün verspeiste – diese Erbsen waren sehr teuer und wurden meist nur bei Hof gegessen.

Spinatlaibchen

½ kg frischer Spinat
½ kg Erdäpfel
1 Ei
Salz, Pfeffer
Muskat
1 EL Butter
1 kleine Zwiebel
4 gestrichene EL Mehl
1 Knoblauchzehe

  • Den Spinat waschen, kurz in kochendem Wasser schwenken und kalt abschrecken. Gut abtropfen lassen und grob schneiden. Überkühlen lassen.
  • Die Erdäpfel dämpfen, schälen, etwas abkühlen lassen und grob stampfen.
  • Die Zwiebel schälen, klein schneiden und in der Butter anrösten. Überkühlen lassen, eine geschälte Knoblauchzehe pressen und dazugeben.
  • Spinat, Erdäpfel und geröstete Zwiebel in eine Schüssel geben, das Ei darübergeben, würzen und Mehl dazugeben. Verkneten.
  • Kleine Laibchen formen, diese in heißem Pflanzenöl auf beiden Seiten langsam braten.
  • Dazu passt grüner oder gemischter Salat und eine kalte Kräutersoße

Statt frischem kann auch tiefgekühlter Blattspinat verwendet werden, frische Brennnesseln eigenen sich ebenfalls sehr gut für diese Art der Zubereitung.

Saure Rüben

1/2 kg saure Rüben
3 Wacholderbeeren
5 Pfefferkörner, Salz
1 Würfel Suppenwürze
1 Prise Muskatnuss
1 mittlere Zwiebel
4 dag Butterschmalz
1 gestrichenen EL Mehl

  • Die sauren Rüben würzen und im eigenen Saft eine halbe Stunde kochen.
  • Für die Einbrenn die Zwiebel klein schneiden, in Butterschmalz goldbraun anrösten und mit Mehl stauben. Mit etwas kaltem Wasser aufgießen und mit einem Schneebesen klumpenfrei verrühren. Aufkochen lassen. (Wenn man die Rüben dicker einkochen möchte, verwendet man einen gehäuften EL Mehl. Wer keine Einbrenn mag, kann sie bei den sauren Rüben weglassen.)
  • Die Einbrenn mit den Rüben vermengen und alles noch einmal kurz kochen lassen – dabei immer wieder gut umrühren, damit nichts anbrennt.

Bilder: links gekochte saure Rüben, Mitte eingebranntes Sauerkraut, rechts: eingebrannte saure Rüben

Eingebranntes Sauerkraut

1/2 kg Sauerkraut
4 Wacholderbeeren
5 Pfefferkörner, Salz
1 Lorbeerblatt
1/4 l Gemüsesuppe
1 Zwiebel
4 dag Butter- oder Schweineschmalz
1 gestrichenen EL Mehl
1 Prise Zucker

  • Das Sauerkraut abtropfen lassen und waschen – je mehr man es wäscht, desto milder wird es.
  • Das Kraut mit Pfeffer, Wacholderbeeren, Salz und dem Lorbeerblatt in der Gemüsesuppe dünsten, bis es weich ist. Man kann auch ein Stück Speck oder ein Stück Schwarte mitkochen, dann wird der Geschmack kräftiger.
  • Die Zwiebel klein schneiden, im Schmalz goldbraun anrösten und mit dem Mehl stauben. Mehl und Zwiebel weiter rösten, bis die Einbrenn braun wird.
  • Mit etwas kaltem Wasser aufgießen und mit einem Schneebesen klumpenfrei verrühren. Einmal kurz aufkochen lassen. Wenn man das Sauerkraut dicker einkochen möchte, verwendet man einen gehäuften EL Mehl.
  • Die fertige Einbrenn in das Sauerkraut einrühren und alles noch einmal aufkochen – dabei immer wieder gut umrühren. Nach Geschmack mit Salz und etwas Zucker würzen.

Vitaminbringer im Winter
Saure Rüben und Sauerkraut waren ein „Voressen“, das im Winter täglich mehrmals auf den Tisch kam, zu Mittag und am Abend, oft auch zur Vormittags- und Nachmittagsjause. Die Versorgung der Menschen mit Vitaminen war im Winter schwierig und milchsauer gegärtes Gemüse war – wenn auch die Äpfel verbraucht waren – die einzige Vitaminquelle. Aus diesem Grund gibt es in der Kärntner Küche so viele Gerichte, zu denen Sauerkraut oder saure Rüben gegessen wurden.

Rohnensalat

Die erste schriftliche Nennung von Rohnen (= Roten Rüben) stammen aus dem 9. Jahrhundert, als Mönche unter Karl dem Großen begannen, Klostergärten systematisch anzulegen. Wissenschaftliche Quellen gehen davon aus, dass die Roten Rüben schon im Mittelalter als Salatrüben dem menschlichen Genuss gedient haben.

Rote Rüben
Essig
Öl
Kümmel, Salz
eventuell etwas Kren

Die Rohnen kochen, schälen und blättrig schneiden. Man kann auch vorgegarte Rote Rüben verwenden, aber: Beides probiert – kein Vergleich!
Noch warm mit Salz, Essig, Kümmel und Öl (und frisch gerissenem Kren) vermengen.

FEINER ROTE-RÜBEN-SALAT
4 Rote Rüben
etwas Essig
1 Zwiebel
1 EL Kapern
1 Apfel
1 Handvoll grob gehackter Walnüsse
2 EL Joghurt
Olivenöl, Zitrone
Salz

  1. Die Roten Rüben kochen, schälen und blättrig schneiden. Noch warm grob raspeln oder in feine Scheiben schneiden und mit Essig beträufeln.
  2. Abkühlen lassen.
  3. Zwiebeln in feine Scheiben schneiden, Salz und Olivenöl dazugeben und etwas ziehen lassen.
  4. Die Roten Rüben dazugeben.
  5. Den Apfel vierteln und quer in sehr dünne Scheiben schneiden. Dazugeben, ebenso die Kapern und die Nüsse.
  6. Mit Jogurt vermengen, mit Zitrone und Salz abschmecken.
  7.  

Dieses Rezept stammt von Antje Doberer-Bey – vielen herzlichen Dank!

Spinatsuppe mit Butternockerl

Einmach
40 g Butter
20 g Mehl
¾ l Wasser

200 g Blattspinat
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
Knoblauch
1/8 l Schlagobers

Butternockerl
40 g Butter
1 Ei
Salz
80 g Mehl
Milch nach Bedarf

  1. Eine Einmach zubereiten: Butter zerlassen, Mehl dazugeben und anschwitzen lassen. Mit kaltem Wasser aufgießen und mit einem Schneebesen gut verrühren, bis alle Klumpen aufgelöst sind. Unter ständigem Rühren einmal aufkochen lassen. Den Spinat dazugeben, kurz aufkochen lassen und pürieren.
  2. Die Suppe mit Salz, Pfeffer und geriebener Muskatnuss würzen. Die Knoblauchzehe schälen und in die Suppe pressen. Mit Schlagobers abschmecken.
  3. Für die Butternockerl werden Butter und Dotter schaumig gerührt, anschließend wird Mehl, Salz und Milch daruntergerührt. Die Masse darf nicht zu flüssig sein, sonst fallen die Nockerl beim Kochen auseinander.
  4. Das Eiklar zu Schnee schlagen und vorsichtig unter die Masse heben.
  5. Mit zwei Kaffeelöffeln werden Nockerl geformt und in siedendes Wasser eingelegt. Wenn sie an der Oberfläche schwimmen, sind sie fertig.
  6. Vor dem Servieren in die heiße Spinatsuppe einlegen und mit Gänseblümchen dekorieren.

Statt Spinat können Sie auch die Spitzen von frischen Brennnesseln verwenden. Auch mit Bärlauch kann diese Suppe zubereitet werden. Allerdings wird dann kein Knoblauch verwendet, weil der Bärlauch sehr intensiv schmeckt.

Dieses Rezept finden Sie in dem Kochbuch Buchhofer Rezeptideen, das aus einer Zusammenarbeit der Lovntolerin mit der Landwirtschaftlichen Fachschule Buchhof entstanden ist.