Zwei Suppen für den Aschermittwoch

Die am Faschingdienstag übriggebliebenen Krapfen wurden am Aschermittwoch im Lavanttal auf eine Schnur gefädelt und bis Ostern am Fleischhimmel aufgehängt. Erst dann wurden sie verzehrt. Nun begann die Zeit des Fastens! Dazu möchte ich zwei Fastensuppen vorstellen.

Farferlsuppe
1 Bund Wurzelwerk
2 EL Pflanzenöl
Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt
Majoran, Liebstöckel
Gundelrebe (falls vorhanden)
1 l Wasser
Farferl
1/4 kg griffiges Mehl
2 Eier
Salz

  • Für die Suppe das Wurzelwerk waschen, putzen und schneiden. In Öl langsam anrösten – dabei braucht es etwas Geduld, denn die Röststoffe ergeben den guten Geschmack der Suppe. Mit Wasser aufgießen, würzen und 20 Minuten kochen lassen.
  • Für die Farferl Mehl, Eier und Salz in eine Küchenmaschine (mit Messereinsatz) geben und kurz auf höchster Stufe einschalten, bis kleine Knöllchen entstehen.
  • Die entstandenen Farferl in der abgeseihten Suppe kochen, bis sie weich sind. Mit Schnittlauch anrichten.

Ein sehr interessantes Rezept stammt von Gisela Scharf vlg. Hofsattler aus Bad St. Leonhard. In ihrer Familie wird schon seit Generationen am Aschermittwoch Zimtsuppe gegessen: Dafür wird gesalzenes Wasser mit etwas Zimt aufgekocht und die Farferl werden in diese Flüssigkeit eingekocht. Die Zimtsuppe wird nicht gezuckert.

Fasten-Mittagstafel

Fasten-Mittagstafel

Im Kochbuch Prato, Die Süddeutsche Küche, Ausgabe 1908, einem der wichtigsten Kochbücher der ausgehenden k.u.k.-Monarchie, findet sich eine Menüzusammenstellung für die Fastenzeit:

Menu 1
Austern
Fischsuppe
Langusten mit Senfsauce
Käsetorte

Menu 2

Gesottener garnierte Huchen oder Schill mit warmer Sauce
Spargel
Schwarzes Schokoladekoch
Gefrorenes
Kleines Backwerk. Früchte. Käse

Menu 3
Kaviar
Gestoßene Fischsuppe
Forellen mit Aspik
Spinat mit Koteletten von Froschkeulen oder Hummerkoteletten
Eierspeise in Muscheln

Menu 4
Gefüllter gebratener Fisch mit Garnierung und warmer Sauce
Biskuittorte mit kalter Creme oder Obersschaum
Kleines Backwerk. Früchte. Käse

Mehlsuppe

Der Karfreitag war früher in vielen Haushalten ein strenger Fasttag. Oftmals wurde daher zu Mittag nur eine Mehlsuppe gegessen. Mein Großvater, der sehr religiös war, hat dabei sogar auf die Buttermilch verzichtet, weil er an diesem Tag nichts aß, was tierischen Ursprungs war – seine Suppe war damit eigentlich vegan.

Für die Mehlsuppe wurde um diese Jahreszeit Buttermilch verwendet, weil es erst später im Jahr saure Milch gab.

Zutaten
1/2 l Wasser
Salz, Pfeffer, Kümmel
1/2 l Buttermilch
2 EL Mehl
Brot
Schnittlauch

Zubereitung
Wasser mit Kümmel aufkochen. Die Buttermilch mit dem Mehl versprudeln und in das kochende Kümmelwasser geben. Mit einem Schneebesen versprudeln, noch einmal aufkochen lassen.
Zum Servieren wird die Suppe über blättrig geschnittenes, kurz gebähtes Brot gegossen. Mit Schnittlauch anrichten.