Apfelpudding

Eine im Lavanttal sehr bekannte Spezialität ist das Apfelmandl (auch Apfelweibl oder Apfelklesch) – eine etwas feinere Variante ist der Apfelpudding.

4 gehäufte EL Zucker
1 EL Wasser
¼ l Wasser oder Apfelsaft
½ kg säuerliche Äpfel
½ Zitrone
Anis
Zimt
1 EL Maisstärke
1/8 l Schlagobers

  • Den Zucker mit 1 EL Wasser in einer Rein erhitzen und so lange rühren, bis er braun wird (= karamellisieren). Mit der Hälfte des Wassers oder des Apfelsaftes aufgießen und aufkochen lassen, dabei löst sich das Karamell auf.
  • Die Äpfel schälen und in kleine Würfel schneiden.
  • Die Zitrone auspressen und den Saft mit den Apfelwürfeln vermengen, damit sie nicht braun werden.
  • Die Apfelwürfel in den Kochtopf geben, mit etwas Anis und Zimt würzen. Kurz kochen lassen.
  • Die Maisstärke mit der restlichen Flüssigkeit klumpenfrei verrühren und in die kochende Apfelmischung einrühren. Einmal aufkochen lassen.
  • Noch heiß in Schüsserl füllen. Wenn der Apfelpudding kalt ist, mit steif geschlagenem Schlagobers verzieren.

Ich bedanke mich bei Ingrid Walzl aus Reichenfels für dieses Rezept.

Fedlkoch

Das Fedlkoch ist ein altes steirisches Gericht, das vor dem Almabtrieb von der Sennerin zubereitet wurde. Fedeln bedeutet in der Obersteiermark übersiedeln.

1/4 l Rahm
eine Prise Salz
20 dkg Mehl
2 gestrichene EL Grieß
1 Ei
1 Prise Salz
Zucker
Zimt
Rosinen

  • Den Rahm salzen und mit den Gewürznelken und dem Zimt erhitzen.
  • Mehl, Grieß und Dotter abbröseln und in den kochenden Rahm einrühren.
  • Bei schwacher Hitze ausdünsten lassen, bis die Masse klumpig ist. Dabei immer wieder umrühren.
  • Aus der warmen Masse einen großen Knödel formen und kalt stellen.
  • Für das Koch werden die Knödel mit einem Reibeisen gerieben, mit Zimt und Zucker sowie Rosinen abgemischt und in Milch erneut aufgekocht.

Neuerdings wird das Fedlkoch oft trocken gegessen, d.h. das Geriebene wird mit Zucker, Zimt und Rosinen bestreut und nicht mehr in Milch aufgekocht.

Maiwipfelhonig-Parfait

3 Eidotter
2 große Eier
75 g Zucker
1-2 EL Maiwipfelhonig
1 P. Vanillezucker
1/2 l Schlagobers

  1. Eier, Eidotter, Zucker, Maiwipfelhonig und Vanillezucker im Wasserbad schaumig schlagen, bis die Creme gelb und dicklich ist.
  2. Die Creme anschließend über Eiswasser schlagen, bis sie kalt ist.
  3. Schlagobers steif schlagen mit einem Schneebesen unterheben.
  4. Die Masse in Parfaitformen (mit Papiermanschetten oder einer Kuchenform geht es auch) füllen und mindestens vier Stunden lang in den Tiefkühler stellen.
  5. Zehn Minuten vor dem Servieren aus dem Tiefkühler nehmen und mit frischen Früchten garnieren.

Dieses köstliche Dessert habe ich auf der Moselebauerhütte bei Ursula und Franz Pirker am Klippitztörl kennengelernt und genossen. Sie machen auch den Maiwipfelsirup selbst, und zwar mit braunem Kandiszucker. Wer genauer wissen möchte, wie das geht, muss auf der Moselebauerhütte nachfragen!

Das Siaße

Was essen Sie zu Weihnachten? Vielleicht Piggalan oder das Siaße? Beide Gerichte haben im Lavanttal eine lange Tradition, und es gibt viele verschiedene Varianten.

Zutaten
30 dgk Woaza (= Reindling), der Teig wird nicht gefüllt und er sollte für das Siaße nicht allzu süß sein
25 dkg Kletzen (= Dörrbirnen)
25 dkg getrocknete Zwetschken
ev. ¼ l Saft von Kirschenkompott
15 dkg fein geriebener Mohn
7 dkg Zucker
1-2 Stamperl Schnaps
nach Geschmack ¼ l Schlagobers

Zubereitung
Am Vortag die Kletzen und die Zwetschken in Wasser einweichen.
Am nächsten Tag werden sie im Einweichwasser gekocht, dabei sollten sie immer knapp mit Wasser bedeckt sein.
Wenn die Dörrfrüchte weich sind, den Topf vom Herd nehmen und im Sud abkühlen lassen. Abseihen, die Flüssigkeit mit dem Saft vom Kirschenkompott und dem Schnaps abschmecken.
(Die Früchte kann man für Kletzennudeln verwenden, in manchen Haushalten werden sie wie Kompott gegessen.)

Das Woaza wird in dünne Scheiben geschnitten, eine Lage wird in eine Schüssel gegeben. Darüber kommen Mohn und Zucker, dann wieder eine Schicht Woaza, die nächste Schicht besteht wieder aus Mohn und Zucker. Das Ganze mit abgeschmecktem Saft übergießen und servieren. In manchen Haushalten kommt auch noch Schlagobers darüber.

Ich bedanke mich bei Sabine V. aus Preitenegg und Sabine L. aus St. Johann für Ihre Unterstützung beim Zusammenstellen des Rezeptes.

 

Schokoladeglasur

Diese Glasur wird üblicherweise für Sachertorten verwendet.

Zutaten
15 dkg Kochschokolade
20 dkg Zucker
2 EL Wasser
1 dkg Butter

Zubereitung
Schokolade im Wasserbad erwärmen.
Zucker zur kleinen Perle spinnen: Den Zucker mit dem Wasser in einen Kochtopf geben. Unter ständigem Rühren so lange kochen, bis am Kochlöffel hängende Zuckertropfen wie kleine Perlen an kurzen Stielen hängen bleiben.
Löffelweise die Schokolade und auch die Butter einrühren, jedes Bröckerl zerdrücken.
Beim Rühren dürfen keine Luftblasen entstehen – je glatter desto besser!
Wenn die Glasur einen Löffel dünn überzieht, ist sie fertig.
Beim Glasieren von Torten sollte die Glasur lauwarm sein, falls noch kleine Luftbläschen vorhanden sind, werden sie mit einer Nadel aufgestochen.

Mannheim Äpfel

Die Quelle für dieses Rezept lässt sich nicht mehr feststellen, das Buch hat keinen Umschlag mehr und auch kein Impressum, ich vermute aber, dass es aus den Jahren um 1925 stammt.

Zutaten
1/2 kg Äpfel
1/8 l Wasser
4 dkg Zucker
1 Stück Zimt
6 dkg Butter
6 dkg Zucker
6 Dotter
6 dkg Mandeln
Klar von 6 Eiern

Zubereitung
Die Äpfel werden geschält, in die  Hälfte geschnitten und das Kerngehäuse entfernt. Dann werden sie in ein wenig Wasser mit Zucker und Zimt halbweich gedünstet und unter Zurücklassung des Saftes in eine bestrichene Auflaufschüssel eingelegt. Butter wird mit Zucker flaumig gerührt, nach und nach mit Dottern sowie geriebenen, ungeschälten Mandeln und dem Schnee von Eiklar vermengt. Dieses Gemenge wird über die Äpfel gegeben und im Rohr langsam gebacken. Der Auflauf wird vor dem Anrichten mit Zucker bestreut.

Kanarimilch

Zutaten
1/4 l Milch
2 Dotter
2 P. Vanillezucker (oder: 1 Vanilleschote)
3 dkg Zucker

Zubereitung
Milch mit Vanille aufkochen.
Dotter und Zucker im Wasserbad sehr schaumig rühren, unter ständigem Rühren langsam zur Milch geben.
Die Kanarimilch soll recht heiß werden, aber nicht mehr aufkochen.

Wird lauwarm serviert

Grantnschleck

Zutaten
250 g eingekochte Wildpreiselbeeren (= Grantn; Preiselbeermarmelade oder dickflüssiges -kompott)
250 ml Schlagobers
Zucker nach Belieben

Zubereitung
Schlagobers schlagen bis es steif ist, die Granten vorsichtig einrühren, nach Geschmack Zucker dazugeben.

In manchen Haushalten wird ¼ kg feiner Topfen mit den Grantn verrührt und dann ¼ l geschlagenes Schlagobers daruntergezogen.

 

Tutti frutti

Dieses handgeschriebene Rezept ist vergleichsweise jung, schätzungsweise aus den 1970-igern. Ich lese es und spüre sofort den Geschmack von Sommer, Kindheit, Unbeschwertheit. Wer erinnert sich noch?

Zutaten
1/4 l Milch
1 P. Vanillezucker
3 EL Zucker
1/8 l Schlagobers
1 Orange
1 Apfel
1 Banane
Weintrauben oder Rosinen
Biskotten
Rum

Zubereitung
Aus 1/4 l Milch einen dicken Pudding bereiten. Abkühlen lassen.
1/8 l geschlagenen Schlagobers darunterheben.
Kelchgläser schichtenweise wie folgt füllen: mit Rum beträufelte Biskotten, Obstsalat, eine dicke Schicht Pudding, Obstsalat.
Kühlstellen.
Zum Servieren mit Schlagobers garnieren.