Saure Rüben

1/2 kg saure Rüben
3 Wacholderbeeren
5 Pfefferkörner, Salz
1 Würfel Suppenwürze
1 Prise Muskatnuss
1 mittlere Zwiebel
4 dag Butterschmalz
1 gestrichenen EL Mehl

  • Die sauren Rüben würzen und im eigenen Saft eine halbe Stunde kochen.
  • Für die Einbrenn die Zwiebel klein schneiden, in Butterschmalz goldbraun anrösten und mit Mehl stauben. Mit etwas kaltem Wasser aufgießen und mit einem Schneebesen klumpenfrei verrühren. Aufkochen lassen. (Wenn man die Rüben dicker einkochen möchte, verwendet man einen gehäuften EL Mehl. Wer keine Einbrenn mag, kann sie bei den sauren Rüben weglassen.)
  • Die Einbrenn mit den Rüben vermengen und alles noch einmal kurz kochen lassen – dabei immer wieder gut umrühren, damit nichts anbrennt.

Bilder: links gekochte saure Rüben, Mitte eingebranntes Sauerkraut, rechts: eingebrannte saure Rüben

Eingebranntes Sauerkraut

1/2 kg Sauerkraut
4 Wacholderbeeren
5 Pfefferkörner, Salz
1 Lorbeerblatt
1/4 l Gemüsesuppe
1 Zwiebel
4 dag Butter- oder Schweineschmalz
1 gestrichenen EL Mehl
1 Prise Zucker

  • Das Sauerkraut abtropfen lassen und waschen – je mehr man es wäscht, desto milder wird es.
  • Das Kraut mit Pfeffer, Wacholderbeeren, Salz und dem Lorbeerblatt in der Gemüsesuppe dünsten, bis es weich ist. Man kann auch ein Stück Speck oder ein Stück Schwarte mitkochen, dann wird der Geschmack kräftiger.
  • Die Zwiebel klein schneiden, im Schmalz goldbraun anrösten und mit dem Mehl stauben. Mehl und Zwiebel weiter rösten, bis die Einbrenn braun wird.
  • Mit etwas kaltem Wasser aufgießen und mit einem Schneebesen klumpenfrei verrühren. Einmal kurz aufkochen lassen. Wenn man das Sauerkraut dicker einkochen möchte, verwendet man einen gehäuften EL Mehl.
  • Die fertige Einbrenn in das Sauerkraut einrühren und alles noch einmal aufkochen – dabei immer wieder gut umrühren. Nach Geschmack mit Salz und etwas Zucker würzen.

Vitaminbringer im Winter
Saure Rüben und Sauerkraut waren ein „Voressen“, das im Winter täglich mehrmals auf den Tisch kam, zu Mittag und am Abend, oft auch zur Vormittags- und Nachmittagsjause. Die Versorgung der Menschen mit Vitaminen war im Winter schwierig und milchsauer gegärtes Gemüse war – wenn auch die Äpfel verbraucht waren – die einzige Vitaminquelle. Aus diesem Grund gibt es in der Kärntner Küche so viele Gerichte, zu denen Sauerkraut oder saure Rüben gegessen wurden.

Süße Krautsuppe

Früher war Kraut im Winter in unserer Gegend der wichtigste Vitaminbringer, sowohl Süßkraut als auch Sauerkraut. In alten Aufzeichnungen kann man sehen, wie oft es auf den Tisch kam. Kraut wurde täglich, ja oft täglich mehrmals gegessen – als „Vorricht“ zum Essen oder überhaupt als Hauptspeise. Heute wird die Krautsuppe häufig bei Entschlackungskuren gegessen –  also ideal nach dem üppigen Essen während der Feiertage!

2 EL Pflanzenöl oder Schmalz
1 Zwiebel
1/2 kleiner Krautkopf (zirka 30 dkg)
2 mittelgroße mehlige Erdäpfel
3/4 l Wasser
Salz, Pfeffer
Kümmel
1 EL Sauerrahm
Petersilie

  • Die Zwiebel fein schneiden und in Öl oder Schmalz langsam goldgelb anrösten.
    Das Kraut putzen, fein schneiden oder hacheln und kurz mitrösten.
  • Die Erdäpfel schälen, in kleine Würfel schneiden und dazugeben.
  • Mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen, mit Wasser aufgießen und 30 Minuten kochen lassen.
  • Die Suppe kann mit Sauerrahm legiert werden.

Wer es gerne etwas würziger hat, kann in die Suppe eine Prise Zucker, einen Teelöffel Paprikapulver und einen EL Tomatenmark einkochen. Eine zusätzliche Prise Ingwer wärmt an kalten Tagen.

Krautfleisch

In der „mageren Zeit“, also im Spätwinter, gab es früher nur wenig Obst und Gemüse zu essen – umso wichtiger wurden Gerichte mit Sauerkraut und Erdäpfeln. Dazu ein paar Zeilen aus Max und Moritz von Wilhelm Busch:
Eben geht mit einem Teller
Witwe Bolte in den Keller,
Dass sie von dem Sauerkohle
Eine Portion sich hole,
Wofür sie besonders schwärmt,
Wenn er wieder aufgewärmt.
(Sauerkohl ist eine Bezeichnung für Sauerkraut, die vor allem in Deutschland verwendet wird.)

Zutaten
40 dkg Zwiebeln
Öl oder Schmalz zum Anrösten
1 TL Paprika
2 TL Essig
80 dkg würfelig geschnittene Schweinsschulter
1/2 kg Sauerkraut
Salz, Pfeffer, 1 Lorbeerblatt, 3 Wacholderkörner
2 feingeschnittene Knoblauchzehen
2 EL Sauerrahm
1 EL Mehl

Zubereitung
Die Zwiebeln schneiden und in Öl anrösten, bis sie goldgelb sind.
Das Paprikapulver dazugeben, sofort mit Essig löschen (= paprizieren). Bitte Vorsicht: Wenn das Paprikapulver zu heiß wird, wird es bitter.
Fleisch und Gewürze dazugeben. Ungefähr 40 min unter Zugabe von etwas Wasser dünsten lassen. Immer nur so viel Flüssigkeit zugeben, dass das Fleisch bedeckt ist.
Das Sauerkraut waschen, damit es etwas milder wird. Dazugeben und weitere 20 min dünsten lassen.
Den Sauerrahm und das Mehl gut verrühren und einrühren, das Krautfleisch noch einmal erhitzen.
Dazu gibt es gekochte Erdäpfel oder Kümmelerdäpfel.

 

Krautfleckerl

Friedrich Torberg erzählt die wunderbare Geschichte über die Krautfleckerl der Tante Jolesch, für die alle Verwandten aus den entlegensten Winkeln der Monarchie anreisten. Erst an ihrem Sterbebett gab sie das Geheimnis preis …

Dieses Rezept stammt aus dem Kochbuch „Gute Küche, Bibliothek der „Illustrierten Kronen Zeitung“, erschienen im Jahr 1900. Wer weiß, vielleicht hat es Tante Jolesch verwendet?

Zutaten
1 Krauthäupel, ca. 1 kg
1/4 kg Butter oder FettSalz
1 KL Zucker
1 Msp. Pfeffer
1 kg griffiges Mehl (besser 80 dkg griffiges Mehl und 20 dkg Weizen- oder Dinkelvollkornmehl)
2 Eier

Zubereitung
1 Häupel Kraut, zirka 1 Kilo schwer wird feingehackt, gut eingesalzen und ½ Stunde lang stehen gelassen. In einer Kasserolle wird ¼ Kilo Butter oder Fett heißgemacht, das Kraut vom Salz stark ausgedrückt, in die heiße Butter hineingelegt und am langsamen Feuer gedünstet. Dazu kommt 1 Kaffeelöffel voll Zucker und 1 Messerspitze voll gestoßener Pfeffer. Mit 1 Kilo Mehl und 2 Eiern macht man einen gewöhnlichen harten Teig [= Nudelteig]; dieser wird nicht zu dünn ausgerollt, viereckig geschnitten, gekocht ausgeschöpft und mit kaltem Wasser überkocht [= kalt abgeschreckt], dann mit dem gedünsteten Kraut zusammengerührt, 1 Minute lang dünsten gelassen und gleich serviert.

Die Menge ist für eine sehr große Familie ausreichend! Dieses Rezept kommt ohne Zwiebeln und ohne Speck aus – in Ungarn wurden sie zur Zeit der Monarchie nämlich mit Staubzucker bestreut.

 

„siaße“ Krautsuppe mit Grammeln

Herr Dr. Wilhelm Wadl, der Direktor des Kärntner Landesarchives, hat mir dankenswerterweise Zahlen über den Verzehr von Kraut im 19. Jahrhundert zur Verfügung gestellt. Es wurde süß, also frisch zubereitet, oder als Sauerkraut gegessen.  So betrug beispielsweise  der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in einem Musterhaushalt in Kolbnitz im Jahre 1832 pro Person 40 Krautköpfe. Laut einem Wochenspeiseplan aus Sirnitz aus dem Jahr 1833 gab es Kraut gar sieben Mal in der Woche zum Mittagessen und sechs Mal zum Abendessen.

Zutaten
1 Zwiebel
5 dkg fein geschnittener Speck
1/2 Krautkopf
2 mehlige Erdäpfel
Salz, Pfeffer, Kümmel
Grammeln

Zubereitung
Die Speckwürfel zergehen lassen und die feingeschnittene Zwiebel darin anlaufen lassen. Das Kraut hacheln, die Erdäpfel schneiden und dazugeben.
Würzen, mit Wasser aufgießen und ca. 25 min kochen lassen.
Wenn das Kraut weich ist, mit einem Purierstab eher die Erdäpfel purieren, damit die Suppe sämig wird. Das Kraut sollte dabei im Wesentlichen nicht zu sehr zerkleinert werden.
Vor dem Servieren mit Grammeln bestreuen.

Krautwickel

Zutaten
1 Krautkopf
3/4 kg Faschiertes (Rind, Schwein oder Lamm)
1 Semmel
Salz, Pfeffer, Majoran, Thymian
1 Bund Petersilie
2 Knoblauchzehen
1 große Zwiebel
2 EL Öl
4 EL Sauerrahm

Zubereitung
Den Strunk des Krautkopfes ausschneiden. Krautkopf einige Minuten in gesalzenem Wasser kochen, dann abschrecken.
Die Blätter ablösen, die dicken Rippen etwas flachklopfen.
Feingeschnittene Zwiebel und kleingehackten Knoblauch in Öl goldgelb anrösten. Das Faschierte dazugeben und anbraten. Würzen und geschnittene Petersilie dazugeben.
Die eingeweichte Semmel passieren und unter die Fülle mengen.
Die Krautblätter auflegen, jeweils einen gehäuften EL Fülle draufgeben und zu kleinen Rouladen einrollen. In eine Rein legen und etwas Suppe darübergießen.
Im Backrohr bei 180 °C ungefähr eine Stunde schmoren.
Die Rein aus dem Rohr geben, die Krautwickel herausnehmen und den entstandenen Saft mit Sauerrahm verrühren.
Werden mit Salzkartoffeln serviert, häufig gibt es dazu Tomatensoße.

 

Steirisches Krautfleisch

Zutaten
1 Zwiebel
1 EL Essig
3/4 kg rohes Sauerkraut
1 kg Schweinefleisch
Salz, Kümmel

Zubereitung
Lasse in einer Kasserolle eine geschnittene Zwiebel gelb anlaufen, gieße mit Wasser und Essig auf und gibt dann Sauerkraut, sodann  1 kg Schweinefleisch, Salz und Kümmel und wieder eine Lage Sauerkraut ; gieße dann entsprechend Wasser darauf und lasse alles zusammen weich dünsten.
Man serviert das Fleisch auf dem Sauerkraut und gibt Salzerdäpfel dazu.

(Quelle: Das Blatt der Hausfrau, Oesterr. Ungar. Zeitschrift, 17. Jahrgang, Heft 11, 16. Dezember 1906, S. 284)

 

Krautstrudel mit Faschiertem

Zutaten
30 dkg glattes Mehl
1 Ei
1 Prise Salz
1/8 l lauwarmes Wasser
1 EL Rapsöl

Fülle
1 Zwiebel
1 EL Rapsöl
½ kg Faschiertes (Rind, Schwein, Lamm; auch gemischt)
1 Knoblauchzehe
1 kleiner Krautkopf
3 mittelgroße oder 2 große Karotten
Salz, Pfeffer, Majoran, Kümmel

Zubereitung
Strudelteig nach Grundrezept zubereiten und rasten lassen. In der Zwischenzeit Kraut fein schneiden oder hacheln. Karotten grob reiben.
Zwiebel schälen und klein schneiden. In Öl anrösten. Das Faschierte dazugeben und gut mitrösten. Karotten und Kraut dazugeben. Knoblauchzehe schälen, fein schneiden oder pressen, und in die Masse geben. Noch ein paar Minuten weiterrösten. Vom Herd nehmen und etwas überkühlen lassen.
Den Strudelteig ausziehen, Fülle darauf verteilen und weiter nach Grundrezept verarbeiten.
Dazu passt Salat und Schnittlauchsoße